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Das besprochene Wasser

Wie ist’s, meine Lieben, wird bei euch in der Stadt auch Wasser besprochen? Habt ihr davon geh?rt oder nicht? Besprochenes Wasser hei?t es, und es ist wer wei? wie heilkr?ftig, dieses liebe W?sserchen! Hilft gegen alles. Halt mal, warte — ich brauche nicht weit zu gehen, von mir selber kann ich erz?hlen, wie mir dieses Wasser geholfen hat… Und wie es geholfen hat!. Besser kann es gar nicht sein. H?rt also, wie die Sache gewesen ist.
Ich hatte mit meinem Alten von Jugend an in bester Eintracht gelebt. Wie er aber nun ins Alter kam, passierte doch etwas Schlimmes mit ihm: er wurde ein so widerspenstiger alter Querkopf, Gott bewahre mich. Du sagst ihm dies, und er dir das. Du gibst ihm ein Wort, und er dir zwei. Nun, und ich, meine Besten, war keine von den Sch?chternen: er mir zwei. ich f?nf. er f?nf. und ich zehn. Und so war bei uns manchmal ein Sturm, da? es selbst die Heiligen aus der Stube fegen konnte. Und wenn wir anfingen, der Sache auf den Grund zu gehen — keiner war schuld! „Woher kommt das blo? bei uns. Alte?» — „Das bist doch immer du, du Zankteufel, querk?pfiger. immer du!» — „Nun h?r aber auf! Ich!?? Und du?! Mit deiner b?sen Zunge.» — „Nicht ich, du bist’s!» — „Du, und nicht ich!» Und nun ging es wieder von vorne los, da? es in allen Ecken nur so krachte.
Und es war so weit gekommen, meine Lieben, da? der Alte morgens nur seine Beine vom Ofen herunterzuh?ngen brauchte, und es ging los. und ging los, da? es zum Davonlaufen war.
Ja, Gott sei Dank — ein altes Weiblein hat mich auf das Richtige gebracht. Eine Tagel?hnersfrau, sie wohnte nur drei H?user weiter. Die h?rte das, h?rte’s und sagt: „Liebe Maremja, was hast du mit deinem Alten immer Zank und Streit? Du solltest einmal zu dem Einsiedler auf den Berg gehen, M?tterchen! — Der Einsiedler bespricht Wasser. hilft so den Menschen. Vielleicht kann er auch dir helfen!»
„Ja, wirklich», denke ich, „ich will mal hingehen, mir kann keiner helfen, wenn nicht der liebe Gott.»
Ich ging also zu diesem alten Einsiedler. Komme hin — da steht mutterseelenallein ein kleines H?ttchen. Ich klopfe ans Fenster, und der Einsiedler kam heraus. So ein kleiner. verhutzelt, mit einem kleinen spitzen B?rtchen.
„Was willst du, Magd Gottes?» sagt er.
„Ach, V?terchen», sage ich, „hilf mir!. Mein Alter und ich zanken uns immer.»
„Warte ein Weilchen», sagt er.
Und, was meint ihr, meine Lieben, er brachte mir in einer Sch?pfkelle etwas Wasser heraus und fl?sterte vor mir darauf. Ich will mich nicht von der Stelle r?hren k?nnen, ich l?ge nicht. Er schlug ein Kreuz dar?ber, go? das Wasser in ein Fl?schchen und sagt:
„Hier, Magd Gottes, wenn du nach Hause kommst und dein Alter zu brummen anf?ngt, dann nimm etwas von dem Wasser in den Mund, spuck’s aber nicht aus und verschluck’s auch nicht, sondern behalte’s mit einem Gebet zum Herrn Jesus im Mund, bis er sich beruhigt hat. Alles wird aufs beste gehen.»
Ich verbeugte mich vor dem alten Einsiedler, nahm das Fl?schchen und machte mich auf nach Hause. Kaum habe ich diesen Fu? hier ?ber die Schwelle gesetzt, da ist mein Alter wie aus dem H?uschen. Er war n?mlich, mein Seliger, ganz versessen auf Tee. Man brauchte es nur um eine Minute mit dem Samowar verpassen. und ich hatte mich bei dem Einsiedler ganz ordentlich versp?tet. Er also vom Ofen herunter:
„Och, dieses Weibervolk, diese verfluchten Klatschweiber!. Gehen fort und sind wie vom Erdboden verschwunden.»
Ich aber, meine Besten, nahm etwas Wasser in den Mund und — wie’s der Einsiedler gesagt hatte — spucke es nicht aus, schluckte es nicht hinter, sondern behalte es mit einem Gebet zum Herrn Jesus im Mund. Und richtig — mein Alter wurde still! Dem Himmel sei Dank — so heilkr?ftig ist das Wasser. Ich steckte das Fl?schchen hinter die Gottesmutter und machte mich an den Samowar, da f?llt mir doch das R?hrchen herunter. Meinem Alten sprangen fast die Augen aus dem Kopf. er ist ganz au?er sich:
„Ach, du Ungl?cksweib. dir haben sie die Arme verkehrt eingesetzt.»
Ich aber schnell wieder zum Wasser. nahm etwas in den Mund. behalte es drin. und mein Alter wurde still.
Und was soll ich sagen, meine Lieben, es zog Ruhe und Frieden bei uns ein und Gottes Segen!. Er will schimpfen, und ich nehme mein Wasser. Ja, dem Himmel sei Dank! Alles ging, wie es im Buche steht.
Das also macht dieses Wasser, meine Besten. Mein Alter aber, mein Seliger, war einen Klafter breit in den Schultern und f?rchterlich gro?. Hier den Querbalken ?ber der T?r h?tte er mit der Stirn herausgesto?en. Und so ein kleines Schl?ckchen hat ein solches Ungeheuer gez?hmt. Da sieht man, was f?r eine Kraft dieses bespro-chene Wasser hat.»

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