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Das wei?e Entchen


Es war einmal ein F?rst, der eine wundersch?ne Frau zur F?rstin hatte. Kurz nach der Hochzeit jedoch musste er weit, weit fort. Die F?rstin weinte sehr, auch wenn sie wusste, dass man nicht sein ganzes Leben da sitzen und sich in den Armen liegen kann. Der F?rst jedoch wies sie an, in dem hohen Turm zu bleiben, in dem sie lebte, nicht auf der Suche nach Unterhaltung umher zu wandern, mit b?sen Leuten zu verkehren oder b?ses Gerede anzuh?ren.

Die F?rstin versprach ihn, so zu handeln, wie er es ihr auftrug und so ritt der F?rst hinfort. Sie aber verschloss die T?r zu ihrem Zimmer und ging nicht mehr hinaus. Nach einer Zeit aber kam eine fremde Frau zu ihr, die wirkte ehrlich und nett und sprach: „Du langweilst dich doch in deinem Zimmer. Wenn du im Garten spazieren gehen w?rdest, w?rde dein Kopf freier und deine Sehnsucht gemildert.» Erst weigerte sich die F?rstin eine ganze Weile herauszukommen, aber schlie?lich meinte sie: „Spazieren gehen im Garten ist nichts unrechtes» und so ging sie hinaus. Drau?en floss Wasser klar wie Glas in einem Fl?sschen und die fremde Frau sprach: „Es ist so hei?, die Sonne brennt hernieder. Komm, wir wollen im k?hlen Wasser baden gehen.»

Zuerst sprach die F?rstin: „Nein, ich will nicht.» Dann aber dachte sie: „Baden ist eigentlich auch nichts unrechtes», zog ihre Kleider aus und stieg ins Wasser. Kaum aber war sie darin, da schlug die fremde Frau sie auf den R?cken und sprach:

„F?rstin, F?rstin schwimme fort als wei?e Ente von diesem Ort.»

Im gleichen Moment verwandelte sich die F?rstin in ein wei?es Entchen und schwamm als solches im Fl?sschen herum. Die fremde Frau, die eine Hexe war, zog die F?rstinnenkleider an, schm?ckte und putzte sich nach einem hohen Stand und wartete auf den F?rsten. Als die Glocken zu seiner Begr??ung l?uteten und die Schlosshunde ihn mit ihrem Gebell begr??ten, lief sie, ihn zu empfangen. Sie fiel ihm um den Hals, k?sste und bet?rte ihn. Voller Freude und geblendet von ihrer Kunst nahm er sie in die Arme und erkannte nicht, dass sie nicht die rechte F?rstin war.

Das wei?e Entchen jedoch legte Eier und bekam drei Kinder von Menschengestalt, zwei gro?e Jungen und einen kleinen. Sie wuchsen heran, gingen am Fl?sschen spazieren, fingen Fischlein, sammelten Lumpen und n?hten sich daraus R?ckchen f?r sich. Sie liefen kreuz und quer am Ufer herum, dass es eine Freude war.

„Geht nicht weg, Kinder» sprach da die Mutter, aber die Buben gehorchten nicht. Sie spielten auf der Wiese, sie sprangen ?ber Stock und Stein und entfernten sich immer weiter vom Fl?sschen, bis sie zum Schloss des F?rsten kamen. Die Hexe wusste sogleich, wessen Kinder dies waren und knirschte vor ?rger mit den Z?hnen. Mit gespielter Freundlichkeit rief sie die Jungen zu sich, reichte ihnen Speis und Trank und wies ihnen danach ein weiches Bett zum schlafen an. Dann befahl sie, dass ein Feuer gemacht und ein Kessel dar?ber geh?ngt werden solle und lie? scharfe Messer wetzen. Die beiden gr??eren Buben schliefen schon, aber der kleinste, den der ?lteste vorne in sein Hemd gesteckt hatte, damit er nicht krank wurde, war noch wach und sah voller Furcht, was rings um ihn geschah.

Mitten in der Nacht ging die Hexe zur T?r des Schlafraums und sprach:

„Schlaft ihr, liebe Kinderlein? Schlaft ihr schon gar h?bsch und fein?»

Der kleine Junge antwortete:

„Wir schlafen nicht, wir schlafen nicht,

die Angst steht uns tief im Gesicht, man will uns schlachten drau?’ im Licht

Das Wasser ist aufgesetzt

Die Messer sind gewetzt!»

„Sie schlafen noch nicht» dachte die Hexe und ging eine Weile fort, um sp?ter in der Nacht wieder zu kommen. Nach ihrer R?ckkehr fragte sie wieder:

„Schlaft ihr, liebe Kinderlein? Schlaft ihr schon gar h?bsch und fein?»

Der kleine Junge antwortete:

„Wir schlafen nicht, wir schlafen nicht,

die Angst steht uns tief im Gesicht, man will uns schlachten drau?’ im Licht Das Wasser ist aufgesetzt Die Messer sind gewetzt!»

„Das ist wieder die gleiche Stimme» bemerkte die Hexe, ?ffnete ganz leise die T?r und sah, dass die beiden gro?en Jungen fest schliefen. So schlich sie zu ihrem Bett, ber?hrte die Br?der mit ihrer eisigen Todeshand und noch im gleichen Moment hauchten sie ihr Leben aus und lagen regungslos da.

Am folgenden Morgen rief die Ente ihre Kinder, doch keines kam. Sie sp?rte, dass etwas B?ses passiert war und ihr Herzchen raste. Sie flog in das Schloss des F?rsten und dort im Hof lagen die drei Br?derchen, wei? wie T?cher, kalt wie ein Eisblock, still und regungslos. Die Mutter landete auf ihnen, bedeckte sie mit ihren Fl?geln und sang:

„Quak, quak meine S?hnelein, Quak, quak liebste Kinderlein, Ich zog euch gro? in vieler Not, Sorgte gut, nun seid ihr tot. Ich schlief nicht in so mancher Nacht, Bin nun um jeden Schlaf gebracht.»

Der F?rst h?rte den Gesang und sagte zu seiner falschen Frau: „Hast du so was schon einmal geh?rt? Die Ente singt mit der Stimme einer Frau!» „Das scheint dir nur so. Lass sie fort jagen!»

Die Diener des F?rsten vertrieben die Ente, aber schon bald kam sie wieder zur?ck zu ihren Kindern und klagte:

„Quak, quak meine S?hnelein, Quak, quak liebste Kinderlein, Die Hexe hat euch verdammt, so dass euer Leben schwand. Die b?se Hexe, voll Gier und voll Neid, Nahm euch den Vater vor langer Zeit, Stie? mich ins B?chlein, verwandelte mich Setzte sich auf meinen Platz wie zuvor ich. So musste ich dann als Entchen leben Und sie lebte das F?rstinnenleben.»

Der F?rst horchte auf und wies seine Diener an: „Fangt mir das wei?e Entchen!»

Alle rannten, um sie zu erwischen, doch niemand konnte sie fassen. Als aber der F?rst selbst ihr

hinterher lief, fiel sie in seine Arme. Er nahm einen Fl?gel in seine Hand und sprach:

„Steh, wei?e Birke hinter mir, Steh, sch?nes M?dchen vor mir!»

Da schien es, als ob die Birke hinter ihm sich streckte und mit einem mal stand an Stelle des Vogels ein sch?nes M?dchen vor dem F?rsten, dass er sogleich als seine wahre Gemahlin erkannte. Das M?dchen rief eine Elster, band ihr zwei Bl?schen f?r Wasser unter die Fl?gel und befahl ihr, in dem einen das Wasser des Lebens und in dem anderen das Wasser des Sprechens herbei zu schaffen.

Die Elster flog fort und einige Zeit sp?ter kehrte sie tats?chlich mit den beiden Wassern zur?ck. Die Br?der wurden mit dem Wasser des Lebens besprengt, da fingen sie an sich zu r?hren und standen auf, dann wurden sie mit dem Wasser des Sprechens besprengt und schon redeten sie. So bekam der F?rst seine Familie und lebte mit ihnen zusammen in Gl?ck und Zufriedenheit. Die b?se Hexe jedoch band man an ein Pferd, jagte es ?ber die Felder, so dass ihr Arme und Beine an den Gr?ben und Steinen brachen. Was von ihr sp?ter ?brig war, pickten die V?gel auf uns so blieb von ihr keine Spur, nicht mal eine Gedanke zur?ck.

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