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Die b?se Herrin

In einem Dorf lebte einmal eine Gutsherrin, die war so b?se, da? keiner bei ihr seines Lebens froh wurde! Kam morgens der Dorf?lteste etwas fragen, welche Arbeit gemacht werden soll, — sie lie? ihn nicht fort, ohne ihn durchgepr?gelt zu haben. Die Bauern aber wurden ihres Lebens gleich gar nicht froh: sie peitschte sie wie die Hunde. Einmal kam ein Soldat dort durch, der auf Urlaub nach Hause wollte. Er mu?te in diesem Dorf ?bernachten. Dem erz?hlten sie alles, und er sagte: „Ich habe Schlaftropfen!» Sie gaben ihr Schlaftropfen. Sie schlief ein. Der Soldat lie? Pferde anspannen. Im Dorf war ein Schuster, der war so b?se — es war einfach f?rchterlich! Zu diesem Schuster nun brachte er sie. Der Schuster wu?te es nicht, n?hte seine Schuhe, er aber legte sie aufs Bett, die Frau des Schusters aber nahm er mit und legte sie aufs Bett der Herrin. Nun wurde die Schustersfrau munter und sieht das vornehme Haus. Sogleich kommen die Dienerinnen gerannt, sind ihr zur Hand. „Wie weit habe ich’s gebracht! Woher kommt denn das? Was ist los!?» Sie wusch sich, man reichte ihr das Handtuch, sie trocknete sich ab. Man bringt den Samowar. Sie setzte sich und trank Tee. Der Dorf?lteste kommt auf den Zehenspitzen herein. Sie sah auf, was da f?r ein Mann kommt. „Was wollt Ihr?» sagt sie. „Ich bin zu Euch gekommen», sagt er, „Herrin, zu fragen, welchen Auftrag Ihr gebt, welche Arbeit!» Sie wu?te sich zu helfen: „Wie k?nnt Ihr das nicht wissen! Was Ihr gestern gemacht habt, das macht auch heute!» Der Dorf?lteste ging hinaus in die K?che und sagt: „Heute ist die Herrin aber gut, so ist sie ihr Lebtag noch nicht gewesen!» Nun, sie lebt dort einen Monat und einen zweiten — und die Bauern lobten sie so, da? man nur den Hut abnehmen kann.
Die Herrin nun erwachte fr?h und schreit: „Diener!» Er aber sitzt und n?ht.
„Was ist denn in dich gefahren, Mutter?» Und sie: „Was f?llt dir ein, du Dreckskerl?» — „Ach du Aas, du elendes!» Er sprang vom Stuhl auf, ri? den Riemen vom Knie und bediente sie aufs gr?ndlichste. „Kennst du vielleicht deine Pflicht nicht? Du hast aufzustehen und den Ofen zu heizen!» Und er walkte sie durch, soviel es ihm behagte. Da begann sie zu flehen. Sie schleppte sich hinaus, um Holz zu holen, brachte das Holz, heizte den Ofen und kochte etwas. Nun, das dauerte so an die zwei Monate. Und er pr?gelte sie dreioder viermal ordentlich durch. Dann gab der Soldat Schlaftropfen und tauschte sie wieder aus. Fr?hmorgens steht die Herrin leise auf, kommt aus ihrem Zimmer — „Ich bin in meinem allen Haus? Wie bin ich hierhergekommen?» Sie fragte die Dienerinnen: „Dienerinnen! Wie bin ich denn hierhergekommen?» — „Du bist doch nirgends gewesen, Herrin!» Und von der Zeit an war die Herrin die Milde selber. Die Schustersfrau aber lebte wieder wie fr?her!

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