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Die Herrin und die K?cken

Es war einmal ein gro?er Gutshof. Dort lebte ein reicher Herr. Der Herr starb. Die Herrin blieb allein zur?ck.
Die Herrin nun hatte einmal einen Einfall: sie wollte gern, da? eine Henne f?nfzig K?cken ausbr?tet, lauter schwarze. Und die Herrin denkt: „Das ist wohl unm?glich; eine Henne kann wohl f?nfzig Eier nicht w?rmen.»
Und trotzdem will die Herrin durchaus f?nfzig K?cken haben, lauter schwarze.
Das Gesinde sagte:
„Ja, ist denn das ?berhaupt m?glich?»
Und das Stubenm?dchen sagt:
„Es ist unm?glich, aber sie will’s.»
Und der Kutscher sagt:
„Sag der Herrin, ich kann sie ausbr?ten!»
Das Stubenm?dchen meldete also der Herrin, da? der Kutscher die f?nfzig K?cken ausbr?ten kann. Die Herrin freute sich.
Die Herrin lie? den Kutscher gleich kommen und sagt zu ihrem Kutscher:
„Nun, wie ist’s, Fjodor, kannst du f?nfzig K?kken ausbr?ten, lauter schwarze?»
Fjodor sagt:
„Das kann ich, Herrin. Nur, Herrin, das Ausbr?ten ist teuer!»
Und die Herrin sagt:
„Wof?r mu? ich Ausgaben machen?»
„Seht, Herrin, ich brauche eine besondere H?tte. Nun, Herrin, wir k?nnen vorl?ufig das Badehaus belegen.»
Die Herrin war einverstanden, das Badehaus f?r drei Wochen zu belegen.
„Dann la?t mir einen gegerbten Halbpelz n?hen, er mu? aus zwanzig Lammfellen sein, kauft einen warmen Schal, einen roten G?rtel und warme Stiefel. Und gutes Essen mu? ich bekommen: jeden Tag ein Viertel Branntwein, Spiegeleier, und das, worauf ich gerade Appetit habe. Und reichlich Kalbsbraten, und wenn er nicht reicht, bitte ich um mehr. Und da? mir immer jemand das Essen bringt. Und f?r meine M?he bekomme ich f?nfzig Rubel, Herrin. Und die Kleider m?ssen in mein Ei¬gentum ?bergehen. Und hinterher bekomme ich einen Monat Urlaub!»
Die Herrin ist mit allem einverstanden. Die Herrin denkt: „Was es auch kosten mag, er soll mir f?nfzig K?cken ausbr?ten, lauter schwarze.» Und sie will Fjodor noch eine Belohnung geben.
Fjodor also erkl?rte sich einverstanden. Er baute sich im Badehaus ein Nest und legte f?nfzig Eier hinein. Als Fjodor alles eingerichtet hatte, bat er die Herrin, sich’s anzusehen. Die Herrin kam ins Badehaus, sah das Nest, und die Herrin freute sich sehr. Fjodor aber dachte gar nicht daran zu br?ten, er war im Badehaus, trank Branntwein und Tee, a? Kalbsbraten und bewirtete seine Freunde.
Fjodor aber ist kein Dummkopf, er wei?, wie er die Herrin betr?gen mu?. An dem Tage, als er das Nest gezeigt hatte, setzte er eine gew?hnliche Glucke auf dreizehn Eier, und nicht nur eine, und wenn’s Gott will, dann br?tet irgendeine Glucke wenigstens zwei, drei schwarze K?cken aus. Fjodor aber trieb es die ganze Zeit so: trank und trank, a? Kalbsbraten und bewirtete seine Freunde.
Nun reichte Fjodor auch die Schnapsportion nicht mehr. Der Herrin wurde gemeldet, da? die Portion nicht ausreicht. Die Herrin befahl, ihm je¬den Tag noch ein Viertel zu geben — nun bekam er schon einen halben Eimer.
So gingen nun die drei Wochen herum. Und Gott ist barmherzig. Zu Fjodors Gl?ck hatte die erste Glucke zwei schwarze K?cken ausgebr?tet. Fjodor schickt seine Dienerin zur Herrin:
„Geh, zeig sie der Herrin und bring sie mir schnellstens wieder, denn lange kann ich’s nicht ertragen, das Herz bricht mir.»
Die Dienerin nahm also die zwei K?cken und brachte sie der Herrin, die Herrin aber sah die K?cken und freute sich wer wei? wie sehr, da? Fjodor angefangen hatte, die K?cken auszubr?ten. Die Herrin betrachtete neugierig die K?cken, die Dienerin aber sagt:
„Herrin, so lange d?rft Ihr die K?cken nicht ansehen! Die K?ckenmutter hat mir aufgetragen: behalte sie nicht zu lange, bring sie schnellstens zur?ck, sonst bricht es mir das Herz, ich kann’s nicht ertragen, hat er gesagt.»
Nach einiger Zeit nun:
„Angefangen habe ich die Sache», sagt Fjodor, „nun mu? ich’s auch verstehen, sie zu Ende zu bringen», denkt er bei sich. „Das Essen hat doch allen geschmeckt, nun mu? einer es auf sich nehmen, da? Fjodor vor der Herrin nicht als Taugenichts dasteht!»
Fjodor sagt also zu seinen Freunden:
„Kinder, ihr habt getrunken und gegessen, jetzt habt Mitleid mit mir und helft mir! Ihr brennt jetzt in der Nacht das Badehaus an, zerrt mich vom Nest herunter und schleppt mich aus dem Badehaus heraus, wenn ich mich auch in die Flammen st?rzen will, haltet mich nur am Pelz fest, das Badehaus wird bald Feuer fangen, dann berichtet’s schnellstens der Herrin!»
Das taten die Freunde auch f?r ihn. Das Badehaus fing bald Feuer: sie meldeten’s der Herrin, Fjodor aber hatten sie schon aus dem Badehaus herausgeschleppt. Und Fjodor schreit wie eine Glucke:
„Gluck, gluck, gluck!»
Seine Freunde aber, das Gesinde, halten ihn am Pelz fest. Und Fjodor will sich immer und immer wieder in die Flammen st?rzen, und im Badehaus piepsen die K?cken. Und die Herrin h?rt das alles.
„Um Gottes willen, um Gottes willen, haltet fest, halte die Glucke fest! Sieh nur, wie das Mutterherz brennt, sie schont sich selber nicht, will sich in die Flammen st?rzen!»
Seine Freunde aber halten ihn immer fest, lassen nicht los.
Das Badehaus brannte nieder, und auch Fjodors Nest verbrannte.
Die Herrin aber war sehr traurig und bek?mmert. Sie forderte Fjodor noch einmal auf, f?nfzig schwarze K?cken auszubr?ten, aber Fjodor lehnte ab. Fjodor sagt:
„Das Ausbr?ten ist doch sehr schwer, Herrin!»
Die Herrin sagt zu Fjodor:
„Aber mager geworden bist du nicht, Fjodor.’
Fjodor sagt:
„Ja, ich bin nicht mager geworden, denn ich habe gutes Essen bekommen.»
Und die Herrin stand trotzdem zu ihrem Wort: f?r seine M?he gab sie Fjodor f?nfzig Rubel, und den warmen Pelz gab sie ihm auch, und einen ganzen Monat Urlaub gab sie ihm auch. Das Gesinde aber, Fjodors Freunde, bedankten sich, sagten ihm Dank f?r seinen schlauen Einfall und seine Bewirtung.

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