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Die leblose Prinzessin

Es war einmal ein K?nig, der sein K?nigreich verlassen und in den Krieg ziehen musste. Zur?ck lie? er auch sein schwangeres Weib, die geduldig am Fenster ihres Zimmers sitzen blieb, um auf seine R?ckkehr zu warten. W?hrend der K?nig noch an fernen Pl?tzen weilte, gebar die K?nigin eine wundersch?ne Tochter. Aber die harte und einsame Schwangerschaft und eine schwere Geburt forderten von ihr einen hohen Tribut und sie starb noch an dem Tag, an dem der K?nig wieder nach Hause in sein Schloss zur?ck kam.

Ein Jahr lang weinte der K?nig und war sehr traurig, aber einige Zeit sp?ter fand er eine neue Frau, die die neue K?nigin wurde. Sie war schlank, von zarter Gestalt und gro?er Sch?nheit. Aber sie war auch launisch, boshaft und eifers?chtig. Sie liebte es, in ihren kleinen Handspiegel zu schauen, ihr Haar zu k?mmen und ihn zu fragen

Spiegel, Spiegel in meiner Hand, wer ist die sch?nste Frau im Land ? Der Spiegel antwortete ihr Meine Liebe, Ihr seid die sch?nste Frau, Von zarter Gestalt, das Antlitz so weich Und die Augen so blau.

Da kicherte die K?nigin stets wie ein kleines M?dchen und ging wieder ihren boshaften Angelegenheiten nach.

W?hrenddessen wuchs die Tochter des K?nigs auf und wurde zu einer wundersch?nen und bezaubernden jungen Prinzessin. Mit ihren langen Wimpern und ihrer anmutigen Gestalt wurde sie sogar noch h?bscher als die K?nigin. In K?rze sollte sie mit dem Mann ihrer Tr?ume — dem tapferen Prinzen Jelisey verlobt werden.

Kurz nach Bekanntgabe der Verlobung fragte die K?nigin wieder ihren kleinen Spiegel, der der ehrlichste von allen Spiegeln war. Und der Spiegel antwortete:

Meine Liebe, Ihr seid eine sch?ne Frau, Doch die Sch?nste ist die Prinzessin, Das wei? ich genau.

Die K?nigin war au?er sich, schimpfte den Spiegel und warf ihn auf einen Stuhl. Sie war so w?tend, dass sie eine Kammerfrau rief und dieser befahl, dass die Prinzessin in den tiefsten Teil des dunkelsten Waldes gebracht, dort an einem Baum gebunden und den W?lfen zum Fra? ?berlassen werden solle.

Die Kammerfrau, die sich nicht traute, der K?nigin zu widersprechen, brachte die Prinzessin selbst in den tiefsten Teil des dunkelsten Waldes und lie? sie dort. Da sie aber Mitleid mit der Prinzessin hatte, band sie sie nicht an einen Baum.

Die Prinzessin lief alleine durch den Wald und ersp?rte ihren Weg zwischen hohen alten Eichen. Als es Morgen wurde, fand sie den Weg zu einem alten Landhaus. Als sie n?her kam, kam von dort ein Hund n?her, bellte und machte ihr gro?e Angst. Er n?hrte sich vorsichtig, roch an ihren Beinen und lief dann mit wedelndem Schwanz um sie herum und wirkte gleich viel weniger bedrohlich, so dass die Prinzessin ihren neuen Freund lobte und streichelte.

Dann ging sie in das Haus und sah, dass niemand zu Hause war. Alles war recht pr?chtig mit M?beln aus gutem Eichenholz ausgestattet und an der Wand hingen Ikonen mit Bildern von Heiligen. Sie sah gleich, dass ehrliche und gute Leute hier wohnten und f?hlte sich gleich weniger unsicher. Sie ging durch das ganze Haus und gegen Nachmittag legte sie sich todm?de in ein Bett, um sich dort auszuruhen.

Eine kurze Zeit sp?ter kamen die Besitzer des Hauses, sieben tapfere Ritter, zur?ck. Sie bemerkten gleich, dass sich etwas ge?ndert hatte, ihr Haus war aufger?umt und alles war sauber und blitze und blinkte, dass es eine Freude war. Da entdeckten sie die Prinzessin, die sich f?r ihr Eindringen gleich bei ihnen entschuldigte. Die Ritter jedoch waren guten Herzens und nahen sie in ihrem Haushalt auf wie eine eigene Schwester,

Die Tage vergingen ruhig und friedlich. Wenn die Ritter auf der Jagd waren, machte die Prinzessin das Haus sauber und bereitete ihnen das Essen. Die Ritter fanden sie zauberhaft und von gr??ter Anmut, dass sie sie fragten, ob sie sich nicht einen von ihnen zum Gemahl erw?hlen wolle. Doch sie wies ihr Ansinnen h?flich zur?ck und sagte ihnen, dass sie sie zwar alle liebe, aber nur wie Br?der. Sie erz?hlte ihnen von der Liebe ihres Lebens, den Prinzen Jelisey.

W?hrenddessen im Schloss nahm die K?nigin wieder ihren Spiegel und fragte ihn wieder, wer die Sch?nste im K?nigreich sei. Doch der Spiegle antwortete

Meine Liebe, Ihr seid eine sch?ne Frau, Doch eine sch?nere gibt es immer noch genau Die Prinzessin ist die sch?nste Frau

Da erkannte die K?nigin, dass die Kammerfrau sie hintergangen hatte und die Prinzessin nicht tot war. Sie rief die Kammerfrau zu sich und drohte ihr: „Wenn du sie nicht t?test, hast du dein eigenes Leben verwirkt !»

Eine kurze Zeit sp?ter verkleidete sich die Kammerfrau als alte Bettlerin und lief zum Haus der sieben Ritter. Der Hund bellte sie feindseelig an, knurrte und lies sie nicht hinein. Die Prinzessin jedoch kam in ihrer Freundlichkeit aus dem Haus und gab der vermeintlichen Bettlerin ein frisches Brot. Die Bettlerin gab ihr daf?r einen roten saftigen Apfel. Da kam der Hund heran und bellte die Prinzessin an, als wollte er sie warnen. Aber die Prinzessin verstand ihn nicht und schob den Hund sanft zur?ck. Dann ging sie zur?ck ins Haus.

Etwas sp?ter wurde sie sehr hungrig, w?hrend sie auf die R?ckkehr der Ritter wartete und biss in den Apfel hinein. Pl?tzlich wurde sie ganz bleich, fiel auf eine nahe Bank und tat ihren letzten Atemzug.

Die Ritter kamen zur?ck nach Hause und h?rten schon von Weitem das wilde Gebell des Hundes. Sie wussten sofort, dass etwas schlimmes passiert sein musste und als sie die T?r ?ffneten, rannte der Hund in das Zimmer der Prinzessin. Er a? den Rest des Apfels, damit die Ritter nicht auch durch ihr vergiftet wurden und starb so f?r die Gesundheit und das Wohl seiner Meister.

Die Augen der Ritter f?llten sich mit Tr?nen, als sie den leblosen K?rper der Prinzessin erblickten. Zuerst wollten sie ihr gleich ein w?rdiges Begr?bnis geben, aber dann warteten sie. Sie wirkte wie in einem tiefen, friedlichen Schlaf, so still und frisch sah sie aus. Aber nach drei Tagen gaben sie die Hoffnung auf und legten sie in einen Sarg, der aus Kristall gemacht war. Dann nahmen sie den Sarg und trugen ihn zur letzten Ruhe in eine kleine H?hle.

„Schlafe Prinzessin in diesem Sarg» sagte der ?lteste Ritter. „So bald hast du uns verlassen. M?ge der gn?dige Gott deine Seele im Himmel aufnehmen.»

Am gleichen Tag nahm die K?nigin wieder ihren Spiegel und fragte ihn, wer die Sch?nste sei. Dieser antwortete wieder

Meine Liebe, Ihr seid die sch?nste Frau, Von zarter Gestalt, das Antlitz so weich Und die Augen so blau.

Da war die K?nigin wieder zufrieden.

In dieser ganzen Zeit war der Prinz Jelisey im K?nigreich unterwegs gewesen, um seine verlorene Liebe zu finden. Er fragte die Sonne und den Mond, wo die Prinzessin sei, doch beide wussten sie es nicht. So fragte Jelisey den Wind. Und der Wind wusste, wo die Prinzessin war und beschrieb ihm sogleich den Weg. Der Prinz machte sich sofort auf die Reise.

 

Keine Worte k?nnen seinen tiefen Schmerz beschreiben, als er bei der H?hle ankam und die Prinzessin in ihrem Kristallsarg liegen sah. Weinend brach Jenisey zusammen, und schlug mit seinen F?usten in unbeschreiblicher Gram auf den Sarg. Da sprang der Deckel des Sarges auf und die Prinzessin setzte sich auf und war wieder am Leben.

„Oh, wie lange habe ich geschlafen ?» sagte sie. Dann sah sie ihren Prinzen und fiel ihm in die Arme mit Tr?nen der Freude. Sie kehrten zusammen zur?ck zum K?nigsschloss, heirateten und die Hochzeit wurde mit gro?er Pracht gefeiert. Die K?nigin schlie?lich starb vor Gram, als sie sah, dass die Prinzessin wieder am Leben war und den Platz als Sch?nste im ganzen K?nigreich wieder besetzt hielt.

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