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Erz?hlung von Bowa dem K?nigssohn, dem ruhmreichen und starken Recken

Weit weg von uns war es, nicht zu sehen, sondern nur von den Alten zu h?ren.
In alten Zeiten lebte einmal ein Zar Kirbidon, der hatte eine einzige Tochter, die Militrissa Kirbitjewna hie? und die ihr Vater mehr als alles andere liebte. Sie war im vollen Alter, und um sie freite ein K?nig, der hie? Gwidon. Ihr Vater hatte nicht gez?gert, sie dem K?nig Gwidon zu geben, sie aber wurde nicht gar zu gern Gwidons Frau, sie schrieb sich mit einem anderen K?nig, der Dodon hie?, doch das v?terliche Wort konnte sie nicht ?ndern; und sie wurde Gwidons Frau. Aber sie liebte ihn nicht so wie Dodon. Und sie lebten ein Jahr zusammen, da wurde sie schwanger und bekam einen Knaben, den nannten sie Bowa K?nigssohn. Ihr Vater Kirbidon starb bald nach ihrer Hochzeit. Den Staat regierte nun Gwidon, ihr Sohn Bowa K?nigssohn aber war ein sehr sch?ner Knabe.
Es ist mit Worten nicht zu sagen und mit der Feder nicht zu beschreiben — er wuchs nicht von Jahr zu Jahr, sondern von Stunde zu Stunde, wie ein Hefeteig aufgeht. Aber eines sch?nen Tages nun brachte Militrissa Kirbitjewna es fertig, einen Brief zu schreiben und an Dodon zu schicken, er solle mit einem Heer ausziehen und an einer angegebenen Stelle ihren Mann Gwidon erwarten. „Ich werde es einrichten und ihn allein ausschikken, und Ihr t?tet Gwidon, dann werde ich Eure Frau.» Und so wurde es auch gemacht.
Militrissa Kirbitjewna kam eines sch?nen Tages hinterh?ltig zu ihrem Mann und sagte: „Mein teurer Mann, ich f?hle mich schwanger, und mein Zustand qu?lt mich so: ich h?tte gern etwas, von Eurer Hand zu essen und da? Ihr selber einen wilden Eber t?tet und ihn nach Hause bringt!» Ihr Mann antwortete nichts, ging in den Pferdestall, befahl sein Pferd zu satteln, und ritt davon. Kaum war er aus der Stadt heraus, da befahl seine Frau den Dienern, die Zugbr?cke ?ber den Flu? hoch¬zuziehen und das Stadttor zu schlie?en, sie selber aber beobachtete ihren Mann vom Balkon aus. Gwidon war gerade an den Waldrand gekommen und bemerkte, ein gewaltiges Heer warf sich ihm entgegen. Gwidon wendete sein Pferd zum R?ck¬weg, die Verfolger waren nahe, Gwidon wu?te nicht wohin, die Zugbr?cke ?ber den Flu? war hochgezogen. Er gab seinem Pferd die Sporen und sprang in den Flu?, doch der Flu? war sehr breit und rei?end. Sein Pferd konnte nicht hin?ber-schwimmen und ertrank zusammen mit Gwidon.
Da befahl Militrissa Kirbitjewna den Dienern, die Zugbr?cke herunterzulassen und das Stadttor zu ?ffnen: alles wurde getan, und Zar Dodon reitet mit seinem Heer in die Stadt ein. Militrissa Kirbitjewna begr??t ihn und f?hrt ihn in den Zarenpa¬last, setzt ihn an die Eichentische, vor s??e Getr?nke, und sie begannen zu trinken, zu feiern und lustig zu sein drei Tage lang. Feierten, waren lustig, setzten nach dem Feiern die Hochzeit an, und bald heirateten Dodon und Militrissa, und den Staat regiert von nun an Dodon. Und so leben sie ein Jahr, und ein zweites und so weiter. Die Zeit flie?t dahin, eilt wie ein Flu?.
Bowa K?nigssohn aber w?chst und w?chst, wird von Tag zu Tag immer sch?ner und sch?ner.
Ein Zuhause hatte Bowa nicht mehr — der Vater ist ein Fremder. Nur ein einziger Mensch hatte Mitleid mit Bowa und liebte ihn, der Onkel seines Vaters. Immer wenn er Bowa sah, sagte er zu Bowa: „Mein liebes Kind, die Mutter und der Stiefvater werden dich verderben!»
Aber eines sch?nen Tages sah der Onkel nur einen Ausweg — in eine fremde Stadt zu reiten und dadurch Bowas Leben zu retten. So beschlo? er es auch, ging mit Bowa auf den Pferdehof und befahl den Pferdeknechten, Pferde zu satteln: f?r Bowa einen Pa?g?nger, f?r sich selber einen Renner; und sie stiegen auf und ritten weg, unbekannt wohin. Am anderen Tage wurden Dodon und Militrissa stutzig — Bowa ist nicht da! Sie begannen Bowa zu suchen, gingen auf den Pferdehof und fragten, ob Bowa nicht hier gewesen sei. „Sie sind fortgeritten», erkl?rten die Pferdeknechte, „es ist der Onkel seines Vaters gekommen, hat befohlen, Pferde zu satteln, f?r Bowa einen Pa?g?nger, und f?r sich selber einen Renner, und dann sind sie losgeritten, unbekannt wohin.»
Jetzt befahl Dodon, hundert Reiter zu nehmen, Bowa einzuholen und wieder nach Hause zu bringen. Die Verfolger hatten sich bald versammelt und machten sich an die Verfolgung. Am dritten Tage bemerkte der Onkel die Verfolger hinter sich und spornte die Pferde zum vollen Galopp an, aber Bowa war noch zu klein — neun Jahre, er konnte sich auf dem Pa?g?nger nicht halten und fiel herunter. Die Kanoniere hoben Bowa auf, dem Onkel setzten sie nicht nach, weil sie merkten, da? er nicht einzuholen war, kehrten wieder um, brachten Bowa mit und ?bergaben ihn dem Stiefvater. Es verging eine Zeit, da hatte Dodon einen Traum, Bowa sei erwachsen und griffe ihn zu Pferde an, z?ge sein Schwert und schl?ge ihm den Kopf ab f?r den Tod des Vaters. Am Morgen stand Dodon auf, versammelte die Senatoren und erl?uterte ihnen seinen Traum. Einige sagen, das ist ein bedeutungsloser Traum, man braucht dem Traum nicht zu glauben, er geht auch so vor?ber. Aber einer der H?flinge sagte, da? der Traum wahr sei. Wenn Bowa erwachsen ist, kann er f?r den Tod des Vaters Rache nehmen. Seit der Zeit wurde Dodon unfroh, war immer in Gedanken; aber seine Frau Militrissa Kirbitjewna wurde aufmerksam auf ihren Mann und fragte eines sch?nen Tages ihren Mann: „Warum, mein teurer Mann, seid Ihr traurig?» Er antwortet ihr auf ihre Frage: „Ich habe einen Traum gehabt: Bowa war erwachsen und kam auf einem stattlichen Ro? geritten und schlug mir f?r den Tod seines Vaters den Kopf ab; ich habe die Senatoren versammelt, sie haben mir gesagt, da? das von Bowa aus durchaus geschehen kann: Euer Traum ist wahr. Daher kann ich nicht mehr mit Euch zusammen leben.» Seine Frau versuchte ihn zu ?berzeugen, da? all dies Unsinn sei, aber er sagte zu ihr: „Wenn Ihr mit mir leben wollt, so t?tet Euern Sohn! Dann bleibe ich f?r immer, aber sonst kann ich nicht weiter hier leben.» Militrissa Kirbitjewna dachte ?ber diese Frage nach und antwortete ihrem Manne: „?berlegt doch selbst, mein lieber Mann, die Schlange sticht ihr eigenes Fleisch nicht, wie kann ich denn Hand an meinen eigenen Sohn legen und ihn t?ten! Wenn du willst, kann ich ihn nur ins Gef?ngnis stecken und dem Hun¬gertod preisgeben, aber mehr kann ich nicht tun.» Doch Dodon war mit diesem Vorschlag einverstanden: „Gut, f?hre ihn hin und stecke ihn ins Gef?ngnis!» Nun, nat?rlich, das m?tterliche Herz — sie zog es immer von einem Tag zum andern hin, hatte immer Mitleid mit ihrem Sohn, doch Dodon beharrte auf seinem Verlangen: „Wenn du Bowa heute nicht ins Gef?ngnis f?hrst, dann reite ich von dir weg!» Aber Militrissa liebte ihren Mann sehr und verriet ihren Sohn Bowa. Sie befahl den Dienern, Bowa ins Gef?ngnis zu bringen und dort zur?ckzulassen. Die Diener f?hrten Bowa fort, versperrten die T?r mit einem Schlo? und gaben den Schl?ssel der Mutter; aber Dodon war mi?-trauisch, nach einiger Zeit pr?fte er selber nach und ?berzeugte sich, da? Bowa wirklich dem Hungertod preisgegeben war.
Nach einiger Zeit zog Militrissa Kirbitjewna ein sch?nes Kleid an und ging im Schlo? spazieren, und sie mu?te an dem Gef?ngnis vorbei, in dem Bowa sa? — dem Hungertod preisgegeben. Und dort war ein kleines Fenster, durch das Bowa sei¬ne Mutter sah, und er sagte traurig: „Liebe Mutter, erbarme dich meiner, gib mir ein St?ck Brot und ein Glas Wasser!» Die Mutter h?rte das kl?gliche St?hnen, ihr Herz begann zu klopfen, sie kehrte schnell um und brach in Tr?nen aus: kam nach Hause, gab der Dienerin ein St?ck Brot und etwas Wasser und sagte: „Nimm, bring dies ins Gef?ngnis, ?bergib es Bowa, aber sag niemandem etwas!» Der Tag neigte sich gegen Abend, die Dienerin nahm alles und brachte es ins Gef?ngnis zu Bowa.
Sie ?ffnete die T?r und reichte es Bowa, Bowa nahm alles und dankte der Mutter. Aber er a? noch nicht, weil er es nicht hinterschlucken konnte, nur einige Schluck Wasser nahm er und bat die Dienerin, sie solle die T?r nicht mit dem Schlo? versperren; doch sie f?rchtete sich, die T?r offenzulassen, hatte aber auch Mitleid mit Bowa. Da tat sie’s doch, schlo? die T?r nicht dicht zu, kehrte um und ging zur?ck. Sie kam zu Militrissa Kirbitjewna und erfand noch selbst einige Worte hinzu: „Bowa hat Euch nach jedem Bissen Brot gedankt.» Da brach die Mutter in Tr?nen aus und sagte der Dienerin nichts mehr, ging hinaus. Bowa aber merkte, da? die T?r nicht dicht geschlossen war, ein kleiner Spalt leuchtete, er sprang aus dem Gef?ngnis und floh aus der Stadt. Bowa wurde von der dunklen Nacht ?berfallen, er ging weiter und stie? auf eine Bande von R?ubern, die ihn fingen und sich sehr freuten, weil der Knabe sehr sch?n war. „Etwas Besseres als diese Beute h?tten wir nicht finden k?nnen.» Die R?uber fragten den Knaben: „Wie hei?t du und welchen Geschlechtes und Stammes bist du?» Er antwortete ihnen: „Ich bin einfachen Geschlechtes und Stammes: meine Mutter ist W?scherin, mein Vater Musikant, und ich hei?e Bowa.» Doch sie berieten untereinander, man m?sse Bowa auf ein Schiff bringen und ihn an Schiffsleute verkaufen. So machten sie es auch: sie brachten Bowa in der gleichen Nacht noch auf ein Schiff und verkauften Bowa den Schiffsleuten, die bezahlten viel Geld wegen seiner Sch?nheit. Die R?uber waren ?ber diesen Gewinn sehr froh. Und das Schiff trat seine Reise an. Sie fragten Bowa: „Welchen Geschlechtes und Stammes bist du und wie hei?t du?» Er antwortete ihnen dasselbe, was er den R?ubern gesagt hatte: „Ich bin einfachen Geschlechtes und Stammes, meine Mutter ist W?scherin, mein Vater Musikant; ich hei?e Bowa.» Sie fahren ?bers Meer, nicht einen Tag, nicht zwei, sondern Wochen und Monate; und Bowa kleideten sie in ein sch?nes Gewand, und er wurde noch um viele Male sch?ner, sie k?nnen sich an seiner Sch?nheit nicht satt sehen. Bowa war sehr diensteifrig und darauf be¬dacht, es jedem recht zu machen. Und eines sch?nen Tages nun hatten sich die Schiffsleute betrunken. Und Bowa tat zu dieser Zeit, als sei er eingeschlafen, lauschte aber auf ihr Gespr?ch.
Und sie, betrunken, hatten einen Streit wegen Bowa: der eine sagt: „Bowa mu? mir dienen», und der zweite: „Nein, mir mu? er dienen», und der dritte sagt dasselbe und so weiter: es war ein gro?er Streit. In diesem Augenblick streckte sich Bowa, tat, als wache er auf, schob die Decke zur?ck und fragte sie: „Wor?ber streitet ihr, Freunde?» Sie antworteten ihm, da? „um dich der Streit geht»; er antwortete ihnen h?flich: „Das ist kein Grund zum Streiten, Freunde, ich mu? euch allen gef?llig sein, soviel ich kann.» Nun, sie h?rten auf zu streiten und gewannen Bowa noch mehr lieb als vorher. So lebt Bowa bei den Schiffsleuten, wie der K?se in der Butter schwimmt. Es verging ein Jahr, das zweite begann, und seine Sch?nheit wurde mit jedem Tag gr??er. Eines sch?nen Tages kamen die Schiffsleute in der Hauptstadt des Zaren Sensewej Andronowitsch an.
Sie machten ihr Schiff im Hafen fest. Vom Hafen aus wurde dem Zaren Sensewej Androno- witsch gemeldet, da? ein fremdes Schiff angekommen ist. Der Zar schickt seinen Diener, zu fragen, was es Neues gibt, und sich die Waren an¬zusehen. Der Diener setzte sich in eine Kutsche und fuhr zum Hafen. Als er das Schiff betrat, erblickte er den sch?nen Knaben und war auf der Stelle vor Staunen stumm. Als der Diener wieder zur Besinnung kam, hatte er keine Zeit zu fragen, womit handelt ihr, er ging schnell vom Schiff, bestieg seine Kutsche und fuhr mit seiner Meldung zum Zaren Sensewej Andronowitsch. Er kam in den Zarenpalast, und der Zar fragte ihn, was es
Sch?nes auf dem Schiff g?be. Der Diener antwortete: „V?terchen Zar, befiehl nicht, mich hinzurichten, sondern befiehl zu berichten. Als ich aufs Schiff kam, habe ich bei ihnen einen sch?nen Knaben gesehen und bin vor Staunen so verstummt, da? ich nichts gefragt habe.» Da setzten sie sich zu zweit in die Kutsche und fuhren zum Hafen; Zar Sensewej betrat das Schiff, erblickte den Knaben und war von seiner Sch?nheit gleichfalls von Sinnen. Als er wieder zu sich kam, fragte er nicht, womit handelt ihr, sondern begann in erster Linie um den Knaben zu handeln. „Verkauft ihn mir, ich will euch viel f?r ihn bezahlen und euch zollfreien Handel in meinem Staat geben!» Die Schiffsleute aber liebten Bowa sehr, und es tat ihnen leid, Bowa zu verkaufen, doch der Zar erkl?rte ihnen: „Wenn ihr ihn nicht verkauft, dann nehme ich euch den Knaben im b?sen weg und verbiete euch, Handel zu treiben.» Sie wu?ten, da? der Zar Sensewej sehr streng war, ihnen den Handel in seinem Staat verbieten kann, und erkl?rten sich einverstanden, Bowa zu verkaufen. Der Zar bezahlte ihnen drei?ig Pfund Gold f?r ihn und gab ihnen die Erlaubnis, ohne Abgaben Handel zu treiben, und das ist f?r sie ein gro?er Vorteil Abgaben Handel zu treiben. Da setzte Sensewej Andronowitsch den Knaben zu sich in die Kutsche, und sie fuhren zu dritt los. Als sie zur?ckkamen, f?hrte der Zar Bowa in den Zarenpalast, bewirtete ihn, zog ihm sch?ne Kleider an und fragte: „Wessen Geschlechts und Stammes seid Ihr, und wie hei?t Ihr? Wenn ihr nicht einfachen
Geschlechts seid, dann bleibt Ihr am Hof bei mir, wenn aber einfachen Geschlechtes, dann gehst du in den Pferdestall und sollst oberster Pferdeknecht sein.» Aber der Knabe antwortete dem Zaren-. „Ich bin einfachen Geschlechtes, meine Mutter ist W?scherin und mein Vater Musikant, ich hei?e Bowa.» Da befahl der Zar dem Diener, Bowa in den Pferdestall zu f?hren und ihn dort zu lassen, soll er dort oberster Pferdeknecht sein! Der Diener f?hrte Bowa in den Pferdestall, und er mu?te ihn gerade an Drushewna Sensewejewna vorbeif?hren, und sie sah durchs Fenster, da? ein Knabe auf den Pferdehof gebracht wurde, und sie wandte sich sogleich an ihren Vater. Der Diener aber hatte Bowa im Pferdestall gelassen und gesagt: „Da habt ihr einen Jungen, er soll oberster Pferdeknecht sein!» Drushewna verneigte sich tief vor ihrem Vater und sagte: „Liebes V?terchen, ich habe heute gesehen — ein sch?ner Knabe ist in den Pferdestall gef?hrt worden, ich bin zu Euch gekommen, ihn f?r mich zu erbitten, da? er bei mir bleibt, und ich werde ihn erziehen. Wozu einen so sch?nen Knaben verderben? Ich denke, Ihr werdet einverstanden sein mit meinen Worten.» Sensewej Andronowitsch liebte seine Tochter mehr als alles und war einverstanden mit ihrer Rede und befahl ihr, Bowa zu sich zur?ckzuholen, und sie verneigte sich tief vor ihrem Vater und ging in ihr Zimmer und befahl dem Diener, Bowa zu ihr zur?ckzubringen. Der Diener brachte Bowa zu Drushewna Sensewejewna. Nicht einmal drei Tage hatte Bowa auf dem Pferdehof zugebracht.
Drushewna Sensewejewna wusch Bowa, kleidete ihn sch?n, und er wurde ein so sch?ner Bursche, da? sie sich an seiner Sch?nheit gar nicht satt sehen konnte. Sie fragte ihn, wessen Ge¬schlechtes und Stammes er sei und wie er hei?t: aber er antwortet immer ein und dasselbe: einfachen Geschlechtes, meine Mutter ist W?scherin, der Vater Musikant, ich hei?e Bowa. So verbringt Bowa seine Tage, ist lustig und froh. Seine Sch?nheit wird immer gr??er, und er bem?ht sich, Drushewna gef?llig zu sein, so gut er’s irgend kann. Und er war hierzu sehr geschickt. Hatten sie nun lange oder kurze Zeit so gelebt, ein¬mal jedenfalls rief der Zar die Tochter zu sich und sagte ihr, da? „morgen abend bei mir im Palast ein Ball sein wird, alle Generale, Admirale, Minister und Kaufleute werden sich versammeln, und du und Bowa, ihr sollt in erster Linie bei mir sein!» Drushewna sagte: „Ist gut, liebes V?terchen», verneigte sich tief und ging hinaus. Sie ging in ein Gesch?ft, kaufte Stoff, ging in eine Werkstatt und gab Auftrag, ein Gewand f?r Bowa zu n?hen. Am Morgen stand Drushewna Sensewejewna auf, ging selbst in die Werkstatt, brachte das kostbare Gewand und gab es Bowa. „Hier dieses Gewand m??t Ihr heute anziehen, mein Vater hat am Abend einen Ball, und wir m?ssen dort auf dem Ball sein!» Bowa nahm das Gewand, verneigte sich tief vor Drushewna und sagte: „Ist gut, ich werde am Abend kommen.» Der Abend kam, Drushewna Sensewejewna zog Bowa an und ging selber voraus. Die Zeit kam heran, die G?ste waren zum Ball beim Zaren versammelt, und bald kam Bowa, verneigte sich tief vor V?terchen Zar Sensewej Andronowitsch und vor den G?sten besonders. Da befahl Drushewna Sensewejewna, Bowa solle den G?sten ausl?ndischen Wein reichen; Bowa brachte jedem ein Glas Wein, verbeugte sich tief vor V?terchen Zar und den G?sten. Alle blickten auf Bowa und konnten sich an seiner Sch?nheit nicht satt sehen. Der Ball dauerte bis ?ber Mitternacht hinaus, und Bowa bem?hte sich, jedem General gef?llig zu sein. Die G?ste gingen auseinander. Und Drushewna ging mit Bo- wa auch nach Hause, und sie liebte Bowa von nun an noch mehr als fr?her. Es vergingen einige Jahre, Bowa war im vollen Alter, ist von Wohlleben umgeben und kennt keine Sorgen. Die Zeit verging, da kam eine traurige Stunde f?r V?terchen Zar Sensewej Andronowitsch. Zar Markobrun zog mit einem gewaltigen Heer ins Feld, lagerte sich in den Bannwiesen nahe der Stadt des Zaren Sensewej, schrieb einen Brief und sandte einen Boten mit dem Brief an Zar Sensewej, im guten zu bitten, er solle seine Tochter Drushewna Sensewejewna dem Markobrun zur Frau geben: „Wenn du sie im guten nicht gibst, dann ?berziehe ich dich mit Krieg.» Sensewej Andronowitsch las den Brief und ?berlegte: die Tochter dem Markobrun zu geben tat ihm leid. Er gebot, ins Kriegshorn zu blasen, ein Heer von hunderttausend Mann zu sammeln und den Krieg zu er?ff¬nen. „Vielleicht werde ich den Feind so los.» Das Heer von hunderttausend Mann war versammelt, und das Blutvergie?en begann. Der Kampf ging viele Tage. Aber Markobrun schlug das Heer Sensewejs, nur eine kleine Zahl blieb ?brig, und sie kehrten zur?ck. Das Stadttor befahl Sensewej zu schlie?en.
Rings um die Stadt war eine Festungsmauer gezogen, so da? es schwierig war, hineinzukommen. Markobrun lagerte sich mit seinem Heer nahe der Stadt, Sensewej Andronowitsch aber sitzt in seiner Festung. Bowa h?rte, da? das ganze Heer Sensewejs erschlagen worden ist, da begann das Heldenblut in der jungen Brust sich zu regen, da begann die Reckenhand zu zucken, so da? Bowa Kraft in sich sp?rte und ins Zimmer zu Drushewna Sensewejewna ging: „Mein M?tterchen, Drushewna Sensewejewna, erlaube mir, mit diesem Schurken abzurechnen wegen unseres V?terchens Zar Sensewej Andronowitsch!» Drushewna Sensewejewna antwortete Bowa: „Ihr seid noch zu jung, es ist noch nicht an der Zeit f?r Euch, Krieg zu f?hren, ich kann Euch keineswegs gehen lassen, mein lieber Bowa.» Drushewna begann ihm gut zuzureden, aber Bowa wurde zornig, sagte nichts, machte kehrt und ging geradewegs in den Pferdestall, w?hlte sich ein Pferd, sattelte es, ergriff einen eisernen Besen, setzte ?ber die Fe¬stungsmauer, jagte geradewegs gegen das Heer und begann, nach links und rechts mit seinem Be¬sen zu schlagen. Zu dieser Zeit beobachtete Drushewna Sensewejewna vom Balkon aus durch ein Fernrohr die Heldentat Bowas. Das ganze Heer wurde von Bowa zusammengeschlagen. Nur eine kleine Zahl war ?brig geblieben, die flohen heimw?rts. Nach dem Sieg kehrte Bowa ins Zarenreich Sensewejs zur?ck, das Tor wurde aufgemacht, der Zar und Drushewna fa?ten Bowa an den H?nden und f?hrten ihn in den Zarenpalast, an die Eichen¬tische, zu den berauschenden Getr?nken, und sie tranken, feierten und gratulierten Bowa zu seinem Sieg.
Nach dem Fest gingen alle G?ste nach Hause, und auch Bowa und Drushewna gingen in ihre Zimmer; Bowa lebt so dahin und kennt keine Sorgen, Drushewna aber liebt ihn immer mehr. So verging ein Jahr, vielleicht auch zwei oder drei, und wieder kam ein trauriger Tag: gegen Zar Sensewej Andronowitsch zog ein anderer Zar, Sultan Sultanowitsch, zu Felde, mit einem gewal¬tigen Heer und mit drei Recken, und er selbst war der vierte. Sein Kopf war wie ein riesiger Heuschober, und zwischen den Augen hatte eine gespreizte Hand Platz. Und er lagerte sich nahe der Stadt Sensewejews und sendet einen Boten mit einem Brief und bittet den Zaren, er soll Sultan Sultanowitsch seine Tochter Drushewna Sensewe¬jewna zur Frau geben: „Gibst du sie nicht im guten, ?berziehe ich dich mit Krieg und zerschlage Euer ganzes Zarenreich, nehme Drushewna gefangen, entf?hre sie in meinen Staat und heirate sie!»
Zar Sensewej las den Brief und ?berlegte, doch die Tochter herzugeben tat ihm leid, und er gebot, ins Kriegshorn zu blasen, ein Heer von hunderttausend Mann zu sammeln und gegen Sultan auszur?cken. Und so wurde das Heer gesammelt. „Vielleicht kann ich den Feind zur?ckschlagen.» Es entbrannte ein schrecklicher Kampf, sie schlugen sich eine Weile, doch Sultan Sultanowitsch besiegte das Heer Sensewejews, nur eine kleine Zahl blieb ?brig und warf sich in die Flucht. Da befahl der Zar, das Stadttor zu schlie?en und in der Festung zu bleiben. Sultan aber lagerte sich mit seinem Heer in den Bannwiesen und droht und h?hnt. Doch Bowa wu?te wieder nichts, und Drushewna sagt ihm nichts. Und einmal mu?te er irgendwie in die Stadt, und dort erfuhr er alles, und er kam zu Drushewna und bat sie: „M?tterchen Drushewna Sensewejewna, la? mich ziehen und mit diesem Schurken abrechnen. Wie lange soll er noch h?hnen, und wollt Ihr etwa die Ehe mit ihm eingehen, mit dieser Satansbrut!» Da be¬gann Drushewna Sensewejewna Bowa zuzureden: „Ihr k?nnt ihm nicht standhalten, er hat ein gewaltiges Heer und drei Recken, und er ist selber ein gewaltiger Recke, sein Kopf ist so gro? wie ein Heuschober, und zwischen den Augen hat eine gespreizte Hand Platz.» Bowa wurde zornig und sagte: „Ich bin damals auf V?terchen Zar zornig gewesen, da? er mir nichts erkl?rt hat, und jetzt soll ich ihn im Stich lassen? V?terchen Zar hat f?r mich drei?ig Pfund Gold bezahlt, als ich ein J?ngling war. Und es hat ihm nicht leid getan, und er hat sie nur f?r meine Sch?nheit gegeben. Nein, ich kann’s nicht dulden, mach, was du willst, meine Brust dr?ngt sowieso nach dem Schlachtfeld.» Da sagte Drushewna Sensewejewna: „Nun gut, reise mit Gott, weil ich damals Eure Heldentat beobachtet habe!» Da gingen sie zusammen hinaus — Bowa und Drushewna. Sie f?hrte ihn in den Keller und legte selbst Bowa die Reckenr?stung an, g?rtete ihn und setzte ihm einen gefiederten Helm auf, der war sehr alt, und das st?hlerne Schwert war noch vom Urgro?vater verzaubert worden.
Als sie Bowa ger?stet hatte, war er noch zweimal sch?ner geworden, und Drushewna Sensewejewna konnte sich nicht bezwingen, sie k??te ihn und weinte und fragte Bowa: „Sage mir die ganze Wahrheit, mein lieber Bowa, welchen Geschlechtes und Stammes du bist; Gott wei?, ob du vom Schlachtfeld zur?ckkehrst oder nicht.» Da erz?hlte Bowa alles, wie es gewesen war: „Ich bin nicht einfachen Geschlechtes. Meine Mutter ist Militrissa Kirbitjewna, und mein Vater war der Zar Gwidon, ich bin Bowa K?nigsohn.» — „Das habe ich gesp?rt, da? du nicht einfachen Geschlechtes bist, aber herausbekommen habe ich es bis heute nicht k?nnen, doch jetzt werde ich’s wissen und warten.» Dann zeigte sie ihm rechts einen Keller und sagte: „Geh dorthin, dort steht ein Rappe, ein Reckenhengst, hinter zw?lf T?ren und an zw?lf Ketten — sollen die Pferdeknechte ihn herausf?hren!» Da verabschiedeten sich Drushewna und Bowa und gingen auseinander. Bowa ging zu jenem Keller, wo das Pferd stand, kam hin und sagte zu den Pferdeknechten: „Steht hier der Rappe?» Sie antworteten: „Hier! Wozu braucht Ihr ihn? Willst du ihn dir ansehen?» Bowa sagte grob: „Nein, nicht ansehen, sondern reiten will ich!» — „Wie wollt Ihr auf ihm reiten, bis jetzt hat ihn noch keiner geritten, alle f?rchten ihn. Was f?llt Euch ein, ihr k?nnt Euch auf ihm nicht halten!» — „Ich habe gesagt, f?hrt das Pferd heraus, wiederholen kann ich es nicht, oder ich schlage Euch die K?pfe ab!» Da gingen die Pferdeknechte, nahmen die Schl?sser ab und ?ffneten die T?r; das Pferd aber sp?rte das Klirren und Klopfen und begann an den Ketten zu rei?en. Sechs Mann f?hren das Pferd, drei Mann auf jeder Seite, sie f?hrten das Pferd heraus, sein Hals geht im Kreise, aus den Ohren steigt Rauch wie eine S?ule, aus den N?stern str?mt Dampf, und es will sich losrei?en, doch sie halten es fest, warfen ihm einen Tscher- kessensattel auf und legten ihm zw?lf Gurte an wegen seiner Reckenst?rke. Und Bowa trat heran, klopfte ihm mit der Hand den Hals und sagte: „Bist ein gutes Pferd, doch auch der Reiter auf dir wird nicht schlecht sein!» Hatte es kaum gesagt, aufs Pferd hinauf — und schon sitzt er. Die Pferdeknechte hatten noch nicht mit den Augen gezwin¬kert, da sagte er: „Z?gel loslassen», und das Pferd machte drei S?tze, konnte den Reiter nicht abwerfen und jagte davon wie ein Sturmwind, die Pferdeknechte schlugen nur die H?nde zusammen und wunderten sich, so ein Reiter war das! Es hatte niemand geglaubt, niemand geahnt, da? er obenbleiben w?rde.
Bowa aber gab seinem Pferd die Sporen, setzte ?ber die Mauer und flog wie ein Pfeil davon, von den Hufen blieben tiefe Gr?ben zur?ck, und er st?rmte dem Heer Sultans entgegen. Sultan Sultanowitsch erblickte Bowa und lachte: „Einen besseren Recken hat Sensewej nicht — hat einen Knaben geschickt», sagte Sultan zu seinem kleinsten Recken. „Reite du und gib’s diesem Milchbart!» Der Recke sprang aufs Pferd und jagte auf Bowa los, doch Bowa lie? ihn nicht nahe herankommen und erschlug den Recken. Sultan schickte den zweiten — auch den zweiten t?tete Bowa. Sultan wurde w?tend, da? der Milchbart zwei erschlagen hatte, schickt vor Wut den dritten Rekken, und den ereilte das gleiche Schicksal wie je¬ne zwei. Da wurde Sultan noch w?tender als vorher und ritt selbst gegen Bowa, doch es waren nicht zwei Wolken, die sich treffen, sondern zwei Recken, die sich schlagen, und Sultan versetzte Bowa mit der Lanze einen Sto? vor die Brust, und es klang wie ein starker Donnerschlag. Aber Bowa hielt sich auf dem Pferde und st?hnte nur schwer von dem schweren Sto?, aber weil der Stahlpanzer stark war, konnte Sultan ihn nicht durchschlagen. Dann stie? Bowa den Sultan Sultanowitsch mit seiner Lanze gegen die Brust, und Sultan wurde ohnm?chtig und st?rzte vom Sattel, und Bowa zog sein Schwert und trennte den Leichnam bis zum Sattelkissen mitten durch, und Sultan st?rzte zu beiden Seiten des Pferdes auf die k?hle Erde. Bowa hatte den Kampf mit den vier Recken beendet und warf sich auf das gewaltige Heer Sultans und begann mit dem Schwert dreinzuhauen: schlug rechts, und es entstand eine Gasse, schlug links, und es entstand eine zweite Gasse. Wieviele
Krieger Bowa erschlug, soviele hilft ihm auch sein Pferd mit den Beinen zertrampeln: so hatte Bowa K?nigssohn das ganze Heer zusammengeschlagen. Nur eine kleine Zahl war ?briggeblieben, sie konnte gerade noch zur?ckfliehen in Sultans Staat. Als sie ankamen, erkl?rten sie dem Sultan, da? irgendein junger Recke gekommen ist und hat die drei Recken erschlagen und Sultan Sultanowitsch selber in zwei Teile zerhackt, sich auf das Heer geworfen und alles erschlagen, „wir konnten nur noch fliehen!» Da wurde Zar Sultan traurig, aber er sagte: „Da kann man nichts machen, wir haben niemanden mehr, mit dem wir angreifen k?nnten.» Als Bowa gek?mpft hatte, da hatte Drushewna Sensewejewna vom Balkon aus durch ein Fernrohr zugesehen und war sehr froh, da? Bowa so gut zurechtkam, da? er die drei Recken und als vierten Sultan selbst erschlagen hatte und rechts und links das Heer hinm?hte. Nach dieser Schlacht kehrte Bowa zur?ck in die Stadt des Zaren Sensewej. Da wurde das Stadttor aufgemacht, Bowa ritt in die Stadt ein, Zar Sensewej und Drushewna begr??ten Bowa K?nigssohn mit gro?er Freude, nahmen ihn bei den H?nden und f?hrten ihn in den Zarenpalast. Zar Sensewej setzte Bowa neben sich an den Tisch. Es wurde ein Abend veranstaltet, Generale und Kaufleute kamen, und man trank, feierte und war lustig. Alle gratulierten Bowa K?nigssohn zu seinem Sieg, und einzig Neid und Bosheit trank nicht, sondern ging umher, spann Pl?ne und knirschte mit den Z?hnen. Zar Sensewej Andronowitsch hatte einen
G?nstling gehabt, der hatte immer an einem Tisch mit ihm geplaudert, und erst jetzt war er entfernt worden und mu?te die G?ste und Bowa bedienen, aber das war nicht nach seinem Geschmack. Und der ging den ganzen Abend umher und ?berlegte immer, wie er Bowa einen Streich spielen k?nnte, und sagt zu sich: „Warte nur, ich werde mein M?tchen noch k?hlen daf?r, da? ich Bowa bedienen mu?te, diesen Milchbart!» Und das Fest ging zu Ende, die G?ste gingen alle nach Hause, auch Zar Sensewej ging in sein Schlafzimmer, und Bowa und Drushewna gingen in ihre Zimmer. Bowa hatte sich noch nicht ausgezogen, er sa? und dachte an die schwere Schlacht mit den Recken, wie er hatte k?mpfen m?ssen; Bosheit und Ha? aber hatten es fertig gebracht, ins Schlafzimmer des Zaren einzudringen. Er legte dessen Gewand an, schrieb eine Depesche, versiegelte sie und schickte einen Diener: „Da, ?bergib’s Bowa, da? er es gleich zu Sultan bringt und ihm selbst in die Hand gibt!» Bowa liebte es nicht, fremde Briefe zu lesen und zu entsiegeln, auch Depeschen nicht, er nahm die Depesche, steckte sie in die Tasche und sagte: „Ist gut, ich reite sofort!» Legte sein Schwert an, erhob sich und ging in den Pferdestall, sattelte sein Reckenpferd, lie? sich bei Drushewna Sensewejewna nicht melden, sondern ritt in der gleichen Nacht los. Am Morgen standen Zar Sensewej und Drushewna auf und stutzten — wo ist Bowa und wohin ist er geraten? Niemand konnte es wissen, nur der H?fling allein wu?te es, der fr?her mit dem Zaren zusammen an einem
Tisch gesessen hatte, und er sagte es niemandem. Der Zar und Drushewna trauerten um Bowa: wohin war Bowa geraten, wor?ber war er erz?rnt? Sie waren traurig und bek?mmert, und damit lie¬?en sie es bewenden.
Bowa ritt eine Nacht und einen Tag und war schon weit. Am dritten Tag war es sehr hei?, und er hatte heftigen Durst, aber nirgends war eine Quelle zu sehen; und auf einmal sieht er rechts in der Ferne eine gro?e Eiche stehen, und unter der Eiche bemerkte er einen grauhaarigen Alten, der trinkt Wasser. Und Bowa wendete sein Pferd, ritt zu dem Greis, begr??te ihn freundlich und sagte: „Ich sehe, da? Ihr Wasser trinkt, und mich qu?lt der Durst, ich m?chte auch gern trinken. Erbarm dich und gib mir zu trinken, sei so gut, Alter!» Aber der Alte antwortete nichts, go? das Wasser aus, sch?pfte frisches Wasser, wandte sich ab, sch?ttete Schlafpulver in den Krug und reichte Bowa den Krug voll Wasser. Und Bowa trank gierig das ganze Wasser aus, verneigte sich tief vor dem Alten, sagte Dank, lenkte sein Pferd wieder auf den Weg und ritt weiter; doch es waren noch keine f?nf Minuten vergangen, als Bowa der Schlaf ?berw?ltigte, und er stieg vom Pferd, legte sich ins Gras und fiel in einen tiefen Schlaf. Zu dieser Zeit aber, als Bowa schlief, kam zu ihm derselbe Alte, der Bowa Wasser gegeben hatte, und nahm ihm das st?hlerne Schwert ab, f?hrte das Pferd von Bowa weg, ?bergab das Pferd Markobrun, das Schwert aber gab er ihm nicht, behielt es selber und sagte zu Markobrun: „Du kannst den Staat Sensewejews wieder mit Krieg ?berziehen, ich habe den Recken Bowa entwaffnet, er hat jetzt nichts mehr, womit er k?mpfen kann!» Und damit verschwand der Alte. Bowa aber erwachte und wei? selber nicht, hat er lange oder kurze Zeit geschlafen, nur merkte er pl?tzlich, da? sein st?hlernes Schwert nicht bei ihm ist, und das Pferd ist auch nicht da; da begriff Bowa, was los war, da? der Alte ihm nicht blo? so zu trinken gegeben hatte, und er sagte: „Was f?r ein alter Teufel, wie hat er mich angef?hrt; wenn er mir in den Weg k?me, ich w?rde ihn in St?cke rei?en!»
Bowa gr?mte sich, war traurig, aber es war nichts zu machen, er mu?te seinen Weg fortsetzen. Bowa erhob sich und ging zu Fu? weiter. Ging nicht einen Tag, nicht zwei, sondern einen Monat, kam durch viele D?rfer und St?dte, ge¬langte aber schlie?lich zu Sultans Zarenreich, ging in die Stadt und fragte den ersten, der ihm begegnete: „Sage, wem geh?rt diese Stadt?» Der Mann antwortete: „Diese Stadt geh?rt Sultan selber.» Bowa sagte: „Den brauche ich gerade. Habt Dank, da? Ihr’s gesagt habt!» Bowa ging weiter, kam zum Schlo? und fragte den Wachposten: „La?t mich ein zu Zar Sultan, ich bringe ihm eine Depesche vom Zaren Sensewej!» Der Wachposten lie? Bowa ein, und Bowa ging ins Arbeitszimmer des Zaren Sultan, verneigte sich und ?berreichte ihm die Depesche. Sultan sa? auf einem goldenen Sessel hinter einem Tisch, nahm von Bowa die Depesche, erbrach das Siegel und las sie. Und dort stand geschrieben: „Das ist derselbe Recke, er hei?t Bowa, der Eure drei Recken und Euren Sohn Sultan Sultanowitsch get?tet und das ganze Heer zusammengeschlagen hat.»
Und Bowa steht vor ihm wie eine Kerze und wartet auf Antwort von Sultan. Sultan las die Depesche durch, und seine Augen f?llten sich mit Blut, die Haare standen ihm zu Berge, und er schrie: „Diener, hierher!» Die Diener kamen sogleich gerannt, und Sultan schrie Bowa an: „Er ist selber gekommen, dieser Schurke, packt ihn, dieser Schurke hat meinen Sohn und die drei Rekken get?tet und das ganze Heer erschlagen, f?hrt ihn ins Gef?ngnis, steckt ihn hinein, und morgen werden wir ihn zusammen zum Galgen f?hren!» Die Diener ergriffen Bowa, f?hrten ihn ins Gef?ngnis, lie?en Bowa dort hinter einer Eisent?r zur?ck und legten ein Schlo? davor. Da kamen Bowa tr?be Gedanken, er wurde traurig, und die Tr?nen sch?ttelten Bowa. Als Bowa sich etwas beruhigt hatte, sagte er: „Warum nur ist V?terchen Zar Sensewej zornig auf mich? Ich habe ihn zweimal aus dem Ungl?ck gerettet, und er hat mich in den sicheren Tod geschickt. Es wird mir leicht werden, in der Luft zu tanzen.» Bowa blickte nach allen vier Himmelsrichtungen, ob nicht irgendwo ein St?ck Eisen liegt — nirgends etwas zu sehen. Bowa wurde traurig: „Wenn ich wenigstens mein Schwert bei mir h?tte, dann w?re es noch gut, aber man kann nichts machen, ich habe Arme und Beine, irgendwie werden wir’s versuchen.» Die Nacht war vorbei. Sultan schickte sechzig Mann, mit S?beln ausger?stet: „Bringt
Bowa zu mir, wir wollen ihn zum Galgen f?hren!» Die Eskorte nahm Aufstellung, und sie gingen, Bowa zu holen; sie kamen ins Gef?ngnis, nahmen das Schlo? ab, rissen die T?r auf, und einer von ihnen schrie: „Komm ‘raus!» Bowa war nicht ?ngstlich, er sprang aus dem Gef?ngnis, entri? dem ersten den S?bel und lie? ihn nach links und rechts niedersausen. Schnell war die ganze Eskorte bis auf den letzten Mann niedergehauen, er ging vor die Stadt und gedenkt, so schnell wie m?glich zu entfliehen.
Sultan wartet auf die Eskorte mit Bowa und kann es nicht erwarten, schickt einen Boten: „Lauf schnell zum Gef?ngnis, sie bringen Bowa so lange nicht!» Der Bote kam hin, aber dort lag die ganze Abteilung auf der Erde. Er rannte wieder zur?ck zum Sultan und sagte: „Alle Soldaten sind totgeschlagen!» Da ergrimmte Sultan noch mehr als vorher und befahl, ins Horn zu sto?en und das Heer zu versammeln. Es wurde ins Horn gesto?en, und das Heer versammelte sich. Sultan bestimmte einhundert Mann Reiterei, Bowa, koste es, was es wolle, einzuholen und lebendig zu ihm zur?ckzubringen. Die Reiterei eilte schnell davon, sie holten Bowa, der zu Fu? war, bald ein, umringten ihn und brachten ihn zur?ck.
Bowa wurde zum Sultan gebracht. Sultan sagte: „Du wirst mir nicht davonlaufen, du Schurke, du entgehst dem Galgen nicht!» Und er befahl, Bowa ins Gef?ngnis zu f?hren. „Und morgen h?ngen wir ihn auf!» sagte Sultan. Die Diener brach¬ten Bowa nach dem Gef?ngnis und f?hrten Bowa gerade an seiner Tochter vorbei. Die erblickte Bowa durchs Fenster, seine Sch?nheit gefiel ihr, und Bowa tat ihr leid. Sie ging zu ihrem Vater und sagte: „Liebes V?terchen, ich bin zu dir mit einer Bitte gekommen: t?te diesen Recken nicht, jetzt kannst du deinen Sohn nicht wieder lebendig ma¬chen, und die drei Recken kannst du auch nicht zur?ckholen, die er get?tet hat. Ich denke, er wird mich zur Frau nehmen und mein Mann sein. Euer Schwiegersohn, und er wird auch unseren Staat sch?tzen. Er ist weit st?rker als sie, und er mu? sich mit meinen Worten einverstanden erkl?ren, weil ihm morgen der Tod droht. Und f?r mich ist es an der Zeit, jemanden zu heiraten.» Sultan liebte seine Tochter sehr und sagte: „Du kannst die Ehe eingehen. Ich gebe meinen Segen, wenn er sich einverstanden erkl?rt.» Sie verneigte sich tief vor ihrem Vater und ging. Bowa war im Gef?ngnis gelassen worden. Die Tochter Sultans kam in ihr Zimmer, schickte Diener nach Bowa und trug den Dienern auf: „Sagt Bowa, die Zarentochter verlangt nach Euch!» Die Diener gingen zu Bowa, erkl?rten ihm, da? „die Zarentochter nach Euch geschickt hat.» Bowa war einverstanden, mit ihnen zu gehen. Als sie Bowa zu ihr gef?hrt hatten, verneigte er sich tief vor ihr, sie setzte Bowa an einen Tisch und bewirtete ihn. Und seine Sch?nheit zog sie so an, da? sie zu ihm zu sprechen begann: „Ich bin heute bei meinem Vater gewesen und habe Euch vor der Todesstrafe be-wahrt, und ich denke, da? ihr einverstanden sein werdet mit meinen Worten: ehe Ihr Eure Jugend verderbt, Euer k?hnes Haupt in die Schlinge steckt, wenn Ihr also mich zur Frau nehmt, werden wir in Freiheit leben.» Bowa ?berlegte ein wenig und antwortete: „Zarentochter, ich bin noch zu jung und habe nicht die Absicht zu heiraten.» Lange redete die Zarentochter Bowa zu, aber sie konnte es auf keine Weise erreichen, da? Bowa sie heiratet. Bowa sagte: „Lieber sterben als heiraten!» Da befahl die Zarentochter den Dienern, Bowa wieder ins Gef?ngnis zu f?hren. Die Diener f?hrten Bowa ins Gef?ngnis und lie?en ihn dort. Die Zarentochter aber ging mit ihrem Bericht zum V?terchen Sultan und sagte: „Liebes V?terchen, ich habe Bowa zu mir bringen lassen und ihm zu¬geredet, da? er mich heiratet, aber ich habe ihn auf keine Weise dazu bringen k?nnen. Jetzt ge¬schehe Euer Wille, was ihr wollt, das tut mit Bo- wa!» Sultan h?rte die Rede seiner Tochter, wurde noch w?tender als vorher und sagte zu ihr: „Morgen h?ngen wir ihn auf!» Die Zarentochter verneigte sich tief vor ihrem Vater, drehte sich um und ging in ihr Zimmer. Die Nacht ging vorbei, der Morgen kam, Zar Sultan befahl, eine Hundertschaft Soldaten zusammenzuholen, mit S?beln bewaffnet, und Bowa zu ihm zu bringen. Die Eskorte nahm Aufstellung und ging wieder, Bowa zu holen. Bowa aber h?rte das Ger?usch der Schritte und sah von einer Ecke in die andere, irgendein T?rband zu suchen oder ein schweres St?ck Eisen. Und pl?tzlich sah er: in der Ecke steht dieses sein st?hlernes Schwert, das er in den K?mpfen gebraucht hatte. Mit gro?er Freude ergriff Bowa seinen treuen Freund, pre?te es an die Brust und k??te es. Die Eskorte kam an, sie nahmen das Schlo? ab, ?ffneten die T?r und schrien: „Komm raus ins Freie!» Aber Bowa kam herausgesprungen, und wie er sein Schwert schwang, hatte er eine Gasse gemacht, und er streckte alle bis auf den letzten Mann zu Boden, er selber aber ging vor die Stadt und rannte schnell davon. Er h?lt gerade auf den Hafen zu. Sultan wartet auf die Eskorte und kann’s nicht erwarten, er schickt einen Diener: „Geh zum Gef?ngnis, warum die Diener Bowa noch immer nicht bringen!» Der Diener kam zum Gef?ngnis, da liegt die ganze Abteilung dort tot am Boden. Er kehrte zur?ck und meldet Sultan: „Dort ist keiner mehr am Leben, alle erschlagen!» Da wurde Sultan noch w?tender als vorher und befahl, ins Kriegshorn zu sto?en, das Heer zu versammeln und Bowa nachzueilen. Sie stie?en ins Horn, versammelten f?nfhundert Soldaten Reiterei, und Sultan gab Befehl, Bowa, koste es, was es wolle, einzuholen und lebendig vor Gericht zu bringen. Aber Bowa hatte unterdessen auch nicht geschlafen, sondern sich angestrengt, zum Hafen zu kommen, und er war gerade zum Hafen gekommen, und in derselben Minute legte ein Schiff vom Ufer ab. Bowa konnte noch auf das Schiff springen und bat die Kapit?ne und Matrosen h?flich: „Nehmt mich mit!» Die Kapit?ne sagten: „Sch?n, wir nehmen dich mit.» Als das Schiff einige Saschen vom Ufer entfernt war, str?mte das Heer zum Meere, und sie schrien: „Lenkt das Schiff zur?ck und gebt uns diesen Mann heraus!»
Der Kapit?n wollte das Schiff schon zur?cklenken, aber Bowa zog sein Schwert aus der Scheide und schlug dem Kapit?n den Kopf ab, dem zweiten befahl er: „Fahr weiter: wer nicht gehorcht, dem geschieht das gleiche!» Da bekamen alle Angst und unterwarfen sich Bowa; sie lenkten das Schiff in die Mitte des Meeres, zogen die Segel hoch, brachten das Schiff auf volle Fahrt, zum Gl?ck wehte g?nstiger Wind, und sie fuhren weiter. Das Heer aber stand eine Weile am Ufer, sah dem Schiff nach und ritt zur?ck zu Sultan. Sie kamen an und erkl?rten, wie die Sache war. Sultan kratzte sich am Hinterkopf und sagte: „Da kann man nichts machen. Der Feind hat entkommen k?nnen.» Und dabei blieb es. Bowa aber setzte sich in den Besitz des ganzen Schiffes, und sie fahren einen Tag, einen zweiten und mehrere Monate: viele D?rfer und St?dte sahen sie auf ihrer Fahrt an der K?ste. Und nun n?herten sie sich einer Stadt; Bowa befahl, das Schiff auf die Stadt zuzu- lenken, die sie in der Ferne sahen, und das wurde vom Kapit?n auch getan. Und es begegneten ih¬nen schon Fischer in ihren Booten. Bowa befahl, das Schiff anzuhalten. Der Kapit?n gab den Matrosen Anweisung, Anker zu werfen. Und als sie den Anker geworfen hatten und das Schiff hielt, rief Bowa die Fischer heran, kaufte ihnen ihre Fische ab, gab die Fische den Schiffsleuten und sagte: „Da, kocht die Fische und e?t sie!» Bowa selber aber fragte die Fischer, wem diese Stadt geh?rt: „Markobrun!» Bowa fragte noch einmal: „Und was h?rt man Sch?nes in der Stadt?» Die
Fischer gaben ihm zur Antwort: „Sch?nes das, da? morgen der Zar heiratet.» Bowa fragte: „Und wen?» Sie antworten: „Drushewna Sensewejewna!» Als Bowa diese Worte h?rte, krampfte es ihm das Herz zusammen, und in seiner Brust kochte das Reckenblut. Da bat Bowa die Fischer, ihn zu jenem Ufer zu bringen, zur Stadt. Sie waren einverstanden, ihn ?berzusetzen. Und da verabschiedete sich Bowa von dem Kapit?n und den Matrosen und setzte sich zu den Fischern ins Boot. Das Schiff aber fuhr weiter. Als Bowa mit den Fischern fuhr, fragte er, wie es in der Stadt zugehe. Sie erkl?rten ihm, da? Markobrun einen Befehl erlassen hatte, Bowa nicht zu erw?hnen. „Und warum?» — „Er hat Drushewna gewaltsam entf?hrt, und sie jammert um irgendeinen Bowa, und wer ihn nur erw?hnt, den kostet es den Kopf.» Sie brachten Bowa ans Ufer, er bedankte sich bei den Fischern und ging n?her an die Stadt heran. Geht so dahin und denkt, wie er die Sache anfangen soll und wie er Drushewna sehen kann. Und auf einmal kommt Bowa derselbe Greis in den Weg, der ihm unterwegs Wasser zu trinken gegeben und ihn eingeschl?fert hatte. Bowa begr??te ihn und sagte zu ihm: „Jetzt habe ich dich erwischt, Alter, jetzt werde ich dich in zwei H?lften zerrei?en!» Der Alte fiel auf die Knie und sagte: „Vergib mir, um Gottes willen, meinen b?sen Streich. Ich will dich unterweisen, wie du Dru¬shewna bekommen kannst, sie lebt hier bei Markobrun; er hat nach Eurer Abreise geh?rt, da? Ihr nicht mehr bei Sensewej Andronowitsch seid, ist mit seinem Heer ausgezogen, hat den Staat Sensewejs zerst?rt und Drushewna entf?hrt, morgen werden sie getraut. Aber du sollst sie heute sehen!» — „Und wie kann ich sie sehen?» fragte Bowa den Alten. Der Alte holte drei Pulver hervor, gab sie Bowa und sagte: „Dieses eine Pulver hier sch?tte in Wasser und wasche dich, da wirst du alt, die Haare werden wei?, das Gesicht runzlig, aber deine Kraft und die Z?hne verlierst du nicht. Nach diesem Pulver sch?tte von diesem hier in reines Wasser und wasche dich — du wirst wieder der gleiche Held wie vorher.» Da nahm Bowa diese Pulver, f?hrte alles aus, ?berzeugte sich von den Worten des Alten und sagte: „Ist gut, Alter, ich vergebe dir alles!» Bowa hatte ein weiches Herz und war gutm?tig. Er verabschiedete sich von dem Alten, und der Alte rief ihm nach: „Dein Pferd steht im Pferdestall bei Markobrun. Kannst es nehmen!» — drehte sich um, ging und war bald verschwunden. Bowa aber ging in die Stadt und hatte bald einen Mann eingeholt, der eine B?rde Holz trug und einen alten Bauernkittel anhatte. Bowa sagte zu ihm: „Gib mir zum Tausch deinen Kittel und nimm mein Gewand, ich brauche deinen Kittel!» Da drehte sich der Mann zu Bowa um und sagte: „Ihr seht aus wie ein guter Mensch, aber einen armen Mann verspottet Ihr. Wie k?nnt Ihr einverstanden sein, ein solches Gewand gegen solche Lumpen herzugeben.» Bowa sagte zu ihm: „Wenn du ihn im guten nicht gibst, nehme ich ihn im b?sen!» Der Mann zog seinen Bauernkittel aus und gab ihn Bowa: „Wenn Ihr meinen Bauernkittel braucht, nehmt ihn!» Bowa nahm den Kittel, zog sein Gewand aus und gab es ihm: „Hier nimm, guter Mann, und trag es zu deinem Besten, und willst du’s nicht tragen, dann verkauf’s wenigstens.» Der Bauer freute sich, sagte Bowa viele Male Dank, und sie gingen auseinander. Bowa n?¬herte sich der Stadt, da stie? er unterwegs auf eine Wasserquelle; er sch?pfte reines Wasser in den Krug, sch?ttete das Pulver in das Wasser, wusch sich mit diesem Wasser und sah aus wie ein grauhaariger Alter. Sein Gesicht hatte Runzeln bekommen, der Hals auch, und an den H?nden waren die Knochen zu sehen; danach geriet aus Versehen ein Wassertropfen auf das Schwert, das wurde alt und ganz verrostet, aber seine Kraft hatte Bowa nicht verloren. Er zog den Bauernkittel an, verdeckte sein Schwert unter den Rocksch??en und ging in die Stadt Markobruns. Auf dem Wege war eine B?ckerei, dort buken sie Brot f?r Markobruns Hochzeit. Bowa ging hinein und bat um ein Almosen, aber nicht um des Essens willen, sondern Bowa wollte etwas erfahren, und er sagte: „Habt Erbarmen, gebt mir ein Almosen, nicht um meinetwillen, sondern um Bowa des K?nigs-sohns willen!» Da h?rte der Meister der B?ckerei diese Worte und schrie ihn an: „Bist du verr?ckt geworden, Alter, bist du etwa des Lebens ?berdr?ssig, erw?hnst Bowa, hier ist ein Befehl vom Zaren erlassen, keinesfalls Bowa zu erw?hnen. Wer ihn erw?hnt, den kostet es den Kopf!» Da tat Bowa, als w??te er von nichts, und bat um Vergebung: „Vergebt, um Gottes willen, einem alten
Mann, ich habe diese Anweisung nicht gekannt und habe das so hingeschwatzt!» — „Nun gut, Gro?v?terchen, weil Ihr sehr alt seid, werde ich es dem Zaren nicht melden. Ich bitte Euch aber, pa?t auf und erw?hnt nirgends mehr Bowa, sonst schlagen sie dir den Kopf ab.» Und nun zeigte ihm der Meister der B?ckerei den Weg: „Geh, heute gibt Drushewna den Bettlern Almosen!» Der Alte sagte f?r alles Dank und ging dorthin zur Verteilung der Almosen. Kam hin, aber da stand eine lange Reihe, einer hinter dem anderen; er fragte: „Worauf wartet ihr hier?» Die Bettler antworteten ihm: „Drushewna gibt zu Ehren ihrer Hochzeit Almosen, manchen drei Rubel, manchen f?nf Rubel.» Bei Bowa kocht das Blut in der Brust, er be-gann sich zun?chst behutsam durchzudr?ngen, da schreit die Bettlerschar: „Was dr?ngst du dich vor, stell dich in die Reihe!» Aber Bowa st??t mit dem Ellenbogen in die eine Richtung, und f?nf Mann liegen auf der Erde, st??t in die andere Richtung, noch mehr w?lzen sich auf der Erde, und so war es nicht schwer f?r ihn, bis zu Drushewna durchzukommen. Die Bettler aber schimpfen: „Der Teufel hole ihn, ist selber klapprig, aber wenn er mit dem Ellbogen st??t, dann liegt ein ganzer Haufen auf der Erde, woher kommt ihm nur solche St?rke?» Er dr?ngte sich schnell zu Drushewna durch und sagte: „M?tterchen Drushewna Sensewejewna, gib mir ein Almosen, nicht um meinetwillen, sondern um Bowa des K?nigssohns willen!» Sie h?rte diese Worte, stellte die Verteilung der Almosen ein, nahm den Bettler bei der Hand und rief ihn in ihr Zimmer. Die Bettler aber begannen zu schimpfen: „Der Teufel soll diesen Alten holen, was hat er hier zu suchen, jetzt ist alles hin, ein solches Almosen bekommt man in Ewigkeit nicht mehr. Nein, denkt nur, manchen drei Rubel und manchen sogar f?nf Rubel. Aber jetzt hat’s keinen Sinn zu warten, wir m?ssen auseinandergehen.» Und so ging die Menge bald auseinander.
Drushewna Sensewejewna aber fragte den Bettler: „Kennt Ihr denn etwa Bowa, Gro?v?terchen?» Er gab ihr zur Antwort: „Wie denn, ich kenne ihn gut, wir haben zusammen im Gef?ngnis gesessen.» — „Was sagt Ihr da, ist er denn noch am Leben! Ich denke schon nicht mehr, da? Bowa noch lebt!» sagte sie und begann um ihn zu jammern; und in diesem Augenblick trat Markobrun ein und fragte Drushewna: „Wor?ber weinst du, meine Liebe?» Sie gab ihm zur Antwort: „Dieser Alte hier ist aus unserer Stadt und hat mir die Nachricht gebracht, da? mein lieber Vater gestorben ist.» Da sagte Markobrun zu ihr: „Weine nicht, wozu weinen und die Augen na? machen, er war schon alt, hat seine Zeit gelebt, jetzt kannst du ihn nicht zur?ckholen. Nun gut, besprich mit dem Alten, was n?tig ist!» Und er ging von ihnen weg. Da fragte sie der Alte: „Wie ist’s denn, liebt Ihr Bowa oder nicht? Er hat Euch oft erw?hnt.» Dru- shewna brach wieder in Tr?nen aus und sagte zu dem Alten: „Wenn ich w??te, da? Bowa lebt, ich liefe durch dreimal neun L?nder ins dreimal zehnte Zarenreich zu ihm.» Der Alte h?rte sich die Worte Drushewnas an und sagte zu ihr: „Bowa befindet sich hier in der Stadt, aber er hat Angst, sich zu zeigen, und hat mich zu Euch geschickt.» Drushewna sagte: „Wie kann ich ihn denn sehen?» Der Alte sagte zu ihr: „Ich will Euch in dieser Sache helfen, ich gebe Euch ein Schlafpulver; geht Ihr gleich heute in den Garten, pfl?ckt die sch?nste Rose und steckt sie an das Hemd, in dem Euer Br?utigam mit Euch zur Trauung gehen soll, und streut von dem Pulver auf die Rose und mach das gleich heute, zieh ihm das Hemd an und la? ihn an der Rose riechen! Wenn er an der Rose gerochen hat, wird er schlafen wollen und drei Tage und drei N?chte schlafen.» Und der Alte holte das Pulver aus der Tasche und gab es Drushewna. Und er wiederholte, sie m?sse es unbedingt heute tun, ihn vor der Trauung einschl?fern. Dann sagte er zu ihr: „Nun gut, inzwischen viel Gl?ck! Ich gehe jetzt zu Bowa, am Morgen aber erwartet mich.» Und er verlie? Drushewna. Sie ging sogleich in den Garten, pfl?ckte die am st?rksten duftende Rose, steckte sie an das Hemd, streute das Schlafpulver hinein, rief ihren Br?utigam, zog ihm das Hemd an und sagte: „Morgen werdet Ihr darin zur Trauung gehen, seht, wie sch?n Ihr darin ausseht und was f?r eine h?bsche und duftende Rose das ist, versucht mal daran zu riechen!» Und er sog den Duft durch alle Nasenl?cher, und der Duft der Rose gefiel ihm sehr, und er sagte: „Sehr sch?ner Duft!» Und Markobrun hatte noch keine f?nf Minuten bei Drushewna gesessen, da sagte er: „Sch?n, schlaft ein wenig, ich will auch etwas ruhen gehen!» Stand auf, ging in sein Schlafzimmer und fiel in einen festen Schlaf. Nach einer kleinen Weile ging Drushewna und sah nach ihrem Br?utigam. Markobrun war fest eingeschlafen, Drushewna aber konnte keine Ruhe finden. Sie verbringt die Nacht auf den Knien und sieht zum Fenster hinaus, ob es nicht bald zu tagen beginnt. Mit gro?er M?he erwartete sie den Tag, und die Sonne war schon aufgegangen, aber der Alte will nicht kommen. Und endlich nun kam der Alte. Drushewna freute sich, und er fragte sie: „Hast du getan, was ich dir aufgetragen habe?» Sie gibt ihm zur Antwort: „Gleich gestern habe ich’s getan, Markobrun schl?ft.» — „Das ist sch?n, da? er schl?ft, er wird drei Tage und N?chte schlafen; wir haben keine Zeit zu verlieren, komm, mach dich fertig!» sagte der Alte, „ich f?hre Euch zu Bowa!» Drushewna war schnell bereit, sie nahm nichts mit, nur ein kleines K?stchen ergriff sie und ging mit dem Alten. Ehe sie zum Pferdestall kamen, blieb der Alte stehen und fragte Drushewna: „Liebt Ihr Bowa sehr?» Sie gab ihm zur Antwort: „Wenn ich ihn nicht liebte, w?re ich nicht mitgekommen.» Er sagte zu ihr: „Vielleicht k?nnt Ihr mich an Stelle Bowas lieben?» Sie wich vor ihm zur?ck und sagte: „Was f?llt Euch ein, Euern Spa? mit mir zu treiben, Alter, Bowa war ein sch?ner junger Bursche, Ihr aber seid schlohwei?.» Und sie brach in Tr?nen aus. Der Alte sagte: „Schon gut, weint nicht!» Er nahm einen Krug und sagte ihr: „Sch?pft Wasser!» Sie sch?pfte Wasser und gab es dem Alten, der streute ein Pulver ins Wasser, wusch sich mit dem Wasser, ging beiseite und wurde, was er fr?her gewesen war, ein sch?ner junger Held; und er wusch sein Schwert, und es wurde wie fr?her. Da erkannte Drushewna, da? wirklich Bowa-K?nigssohn vor ihr steht, und sie hing sich an seinen Hals und umarmte Bowa und k??te ihn und sagte: „Mein lieber Bowa- K?nigssohn, ich habe nicht geglaubt, da? wir uns wiedersehen.» Jetzt sagte Bowa: „Wir haben keine Zeit zu verlieren, wir m?ssen zum Pferdestall gehen.» Als sie hinkamen, befahl Bowa den Pferdeknechten: „Sattelt den besten Pa?g?nger f?r Drushewna, gehorcht meiner Anweisung, sonst kostet es Euch den Kopf!» Er selber aber ging und holte sein treues Pferd. Das Pferd erkannte Bowa und fing kl?glich zu wiehern an. Bowa sattelte sein Pferd, und auch f?r Drushewna war das Pferd fertig; sie stiegen auf und ritten los. Sie reiten einen Tag, den zweiten, und am dritten Tag machten sie Rast an einer Quelle, schlugen ein Zelt auf und ruhten sich aus, tauschten ihre Ringe, wurden wie Mann und Frau und erz?hlten einander ihre Erlebnisse.
Markobrun aber wurde am dritten Tag abends munter, die Sonne war im Untergehen, und er dachte im Halbschlaf, da? sie aufgeht, und sagte: „Ich mu? aufstehen, heute mu? ich zur Trauung gehen.» Die Diener sagten zu ihm: „Zu sp?t, die Sonne ist im Untergehen!» — „Und warum habt ihr mich nicht fr?her geweckt?» Sein Diener sagte zu ihm: „Wir haben’s versucht, konnten Euch aber nicht munter bekommen. Ihr seid am dritten Tag aufgewacht.» Er fragte: „Und wo ist Drushewna?»
Der Diener antwortete Markobrun: „Sie ist mit Bowa fortgeritten!» Da griff er sich an den Kopf und sagte: „Jener Alte hat mir einen Streich gespielt, der mit ihr im Zimmer gestanden hat. Aber nun ist nichts mehr zu machen, ich mu? ein Heer von hunderttausend Mann sammeln und ihnen nachschicken.» Und er befahl den Dienern, ins Kriegshorn zu sto?en und das Heer zu sammeln. Und sie stie?en ins Horn, sammelten ein gewaltiges Heer, und Markobrun befahl, Bowa und Drus- hewna, koste es, was es wolle, einzuholen und lebendig zu ihm zu bringen. Das Heer machte sich an die Verfolgung Bowas, Bowa aber und Drushewna hatten sich drei Tage ausgeruht. Bowa st?tzte sich mit dem Ellenbogen auf die Erde, und es war der Hufschlag von Pferden zu h?ren, und er sagte zu Drushewna: „Sicher kommen Verfolger hinter uns her, bleibt Ihr ein wenig hier, ich will reiten und mit ihnen abrechnen.» Stand auf, ging, fing sein Reckenpferd ein, sattelte es, sprang aufs Pferd und jagte wie ein Sturmwind den Feinden entgegen, zog sein Schwert und schlug nach rechts und links und erschlug alle, nur eine kleine Zahl blieb ?brig und floh. Als sie zu Hause ankamen, erkl?rten sie Markobrun: „Bowa hat alle erschlagen, nur wir konnten entkommen.» Nach der Schlacht kehrte Bowa zu Drushewna zur?ck, sattelte ihr das Pferd, sie stiegen auf und ritten weiter. Auf ihrem Wege kamen sie zu einer Stadt, ritten hinein, gingen in die Kirche, lie?en sich trauen und ritten weiter, dem Zarenreich Sensewejs entgegen. Lange Zeit waren
Mann und Frau geritten, und wieder wollten sie ausruhen, schlugen ihr Zelt auf, lie?en die Pferde im gr?nen Gras weiden und ruhten sich aus. Markobrun aber hatte die Senatoren versammelt und beriet mit ihnen: „Wir m?ssen ein Heer sammeln und Bowa nachschicken!» Da sagte ein alter Diener zu Markobrun: „Bei dir sitzt wegen eines Vergehens schon viele Jahr ein Recke im Gef?ngnis, man nennt ihn Polkan: seine eine H?lfte ist ein Pferd, die andere Mensch.» Markobrun befahl, Polkan den Recken zu ihm zu bringen. Die Diener gingen und brachten Polkan zu Markobrun. Der sagte zu ihm: „Ich hebe die Haft auf, hole, koste es, was es wolle, Bowa und Drushewna ein und bring sie zu mir!» Polkan sagte: „Gut, zu Befehl!» Er war froh, da? sie ihn freilie?en, und jagte Bowa nach, wie der Sturmwind fliegt. Bowa aber und Drushewna ruhten zu dieser Zeit wieder aus und h?rten wieder Hufschlag. Bowa sagte zu Drushewna: „Sicher sind wieder Verfolger hinter uns her. Bleibt ein wenig hier, ich will ihnen entgegenreiten und mir ansehen, was f?r Verfolger das sind.» Und er stand auf, ging, fing sein treues Pferd ein, sattelte es und ritt den Verfolgern entgegen. Als Polkan Bowa erblickte, ri? er eine hundertj?hrige Eiche heraus und warf sie auf Bowa, doch Bowa hatte sich rechtzeitig geb?ckt, und die Eiche flog ?ber Bowa hinweg, weit fort, und grub sich in die Erde ein. Bowa aber richtete sich auf, st?rzte sich auf Polkan und stie? ihn mit der Lanze so heftig vor die Brust, da? Polkan sich auf keine Weise auf den F??en halten konnte und zu Boden fiel. Da drehte Bowa die Lanze mit dem spitzen Ende nach unten und wollte Polkan erstechen, doch der erhaschte die Lanze mit der Hand und flehte: „Erstich mich nicht, Bowa, sondern la? mich leben, wozu soll ich Markobrun sch?tzen, la? lieber uns wie zwei leibliche Br?der sein, zwei Recken, die auf dem ganzen Erdball unbesiegbar sind.» Bowa war sehr gutherzig und hatte Mitleid mit Polkan. Er sprang vom Pferd, half Polkan auf die F??e, k??te ihn und sagte: „Sch?n, ich verzeihe Euch. Ich will mit dir Br?derschaft schlie?en.» Bowa bestieg sein Pferd und ritt zusammen mit Polkan zu Drushewna ins Zelt. Als sie hinkamen, sagte Bowa: „Drushewna, ich habe einen Bruder gewonnen. Jetzt wollen wir weiterreiten, es wird uns niemand mehr verfolgen.» Er sattelte ihr das Pferd, und sie machten sich wieder auf den Weg. Waren Bowa, Drushewna und mit ihnen Polkan nun lange oder kurze Zeit geritten, jedenfalls wollten sie an einem steilen Gebirge am Waldrand rasten und schlugen ihr Zelt auf. Sie ruhten sich aus; Bowa hatte sich ein wenig ausgeruht und wollte in den Wald reiten, sich das Waldinnere ansehen, und er sagte zu Polkan und Drushewna: „Bleibt ihr ein wenig hier, ich will etwas im Wald spazierenreiten und bin bald zur?ck.» Stieg auf, ritt davon und blieb lange im Wald. Unterdessen aber erschien irgendwoher ein riesiges Tier, ein L?we, und fiel ?ber sie her. Polkan begann mit ihm zu k?mpfen, sie packten sich gegenseitig, der L?we schlug ihm die Krallen in die Kehle, und Polkan ri? ihm mit den H?nden das Maul auf; beide versanken bis zu den Knien in die Erde, st?rzten dann zu Boden und verendeten beide. Bowa aber war noch immer nicht zur?ck; da wurde Drushewna besorgt und konnte es gar nicht erwarten, da? ihr Mann zur?ckkommt, und vor Furcht machte sie sich auf und ritt davon. Nicht weit war eine Stadt, sie machte dort halt, um auf ihren Mann zu warten. Nun kam Bowa aus dem Waldinneren zum Zelt zur?ck, aber dort ist alles leer. Da ?berlegte Bowa, ob etwa Polkan Drushewna bedroht hatte und sie, unbekannt wohin, fortgeritten w?¬ren. Er ritt einen kleinen Kreis und sah seinen Wahlbruder Polkan zusammen mit dem L?wen tot daliegen. Da begriff er, was geschehen war. Bowa trauerte um seinen treuen Kameraden, nahm Abschied von dem Leichnam und ritt los, seine Frau zu suchen, kam in die Stadt, wo sich Drushewna befand, und fragte Stadtbewohner, ob nicht jemand so und so eine gesehen h?tte. Man erkl?rte ihm, sie ist hier, seht, dort wohnt sie. Bowa kam zu seiner Gemahlin, und sie freute sich sehr ?ber ihren Mann: „Ich habe geglaubt. Ihr seid schon nicht mehr unter den Lebenden», und sie erkl?rte, wie Polkan und der L?we den Tod fanden, wie sie Angst bekommen hatte, in die Stadt geritten war und beschlossen hatte, auf ihn zu warten. Bowa antwortete ihr: „Ich bin gar zu lange im Wald geblieben, ich h?tte nicht zugelassen, da? Polkan etwas geschieht.» Drushewna sp?rte, da? sie bald geb?ren w?rde, und sie blieben noch einige Zeit, und sie gebar einen Knaben, den tauften sie, und der Vater gab ihm auch den Namen Bowa. Als
Drushewna wieder genesen war, ritten sie ohne Aufenthalt in ihren Staat und kamen bald nach Hause zu V?terchen Zar Sensewej Andronowitsch. Hier empfing sie Zar Sensewej mit gro?er Freude, es gab Feste und frohe Feiern. Dieser Bosheit und Ha? aber, der Bowa zu Sultan geschickt hatte, h?rte, da? Bowa wieder nach Hause gekommen war, und verschwand, unbekannt wohin. Zar Sensewej wurde alt, konnte das Zarenreich nicht mehr regieren und ?bergab es Bowa-K?nigssohn. Da begann Bowa-K?nigssohn das Reich zu lenken. Und Zar Sensewej Andronowitsch lebte nicht lan¬ge mehr und starb. Ihr Sohn aber wuchs nicht von Jahr zu Jahr, sondern von Stunde zu Stunde und war genauso sch?n und stark wie sein Vater. Nach einer Weile entbrannte Bowa-K?nigssohn das Herz, und er beschlo?, in seine Heimat zu reiten, seine Mutter Militrissa Kirbitjewna und seinen Stiefvater Dodon aufzusuchen und Rache zu neh¬men f?r den Tod seines Vaters; und er sagte zu seiner Gemahlin: „Bleibt Ihr solange mit unserem Sohn Bowa zu Hause und regiert zusammen den Staat, ich aber will in meine Heimat reiten, meine Mutter besuchen und mit dem Stiefvater abrechnen wegen Vaters Tod.» Und Bowa-K?nigssohn befahl den Dienern, ihm sein treues Pferd zu sat¬teln, legte seine Reckenr?stung an, nahm das st?hlerne Schwert, verabschiedete sich von seiner Frau und seinem Sohn Bowa, stieg auf und trat seine lange Reise an. War Bowa-K?nigssohn nun lange oder kurze Zeit geritten, jedenfalls kam er endlich in seine Heimatstadt, ?berlegte nicht lan¬ge, sondern schlug dem Stiefvater sogleich den Kopf ab. Die Mutter aber begr??te er freundlich. Einige Zeit blieb Bowa im v?terlichen Zarenpalast, dann nahm er seine fr?here Mutter Militrissa Kirbitjewna mit sich. Der Bev?lkerung der Stadt aber sagte er: „Euch wird mein Sohn regieren, der Bowa hei?t», und sie sa?en auf und ritten davon zu seiner Gattin und seinem Sohn. Als Bowa- K?nigssohn mit seiner Mutter zur?ckkam, gab es ein Fest f?r alle Welt, drei Tage und drei N?chte feierten sie. Nach dem Fest aber schickte er seinen Sohn Bowa in Gro?mutters Staat, dort den Staat zu regieren. Bowa-K?nigssohn aber regierte bis zum hohen Alter das Zarenreich Sensewejews.
Ich ging von ihrem Feste heim, stolperte und brach mir’s Bein, nun f?llt mir leider nichts mehr ein, bin im Kopf ganz verworr’n, hab den Faden verlor’n.

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