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Wie ein Bauer G?nse teilte

In einem Dorf lebte einmal ein reicher Gutsherr. Zu beiden Seiten des Gutshofs lebten zwei Bauern. Auf der einen Seite lebte ein reicher Bauer, auf der anderen ein armer. Der arme Bauer hatte eine gro?e Familie, die Kinder eines kleiner als das andere; das Leben war schwer; nichts reichte, und was er auch unternahm, er kam nicht voran.
Einmal hatte sich der arme Bauer schlafen gelegt und sprach mit seiner Frau ?ber ihre Not — wie sie leben und was sie anfangen k?nnten. Da sagt die Frau zu ihrem Mann: „Wei?t du was, Mann, wir haben einen G?nserich. Das ist ein un¬n?tzer Fresser, wir k?nnten ihn schlachten und dem Gutsherrn als Geschenk bringen, vielleicht gibt uns der Gutsherr irgend etwas f?r das Geschenk.»
Am n?chsten Morgen steht der arme Bauer auf. Er schlachtete den G?nserich, steckte ihn in einen Sack und trug ihn zum Gutsherrn.
Als er zum Gutsherrn kam, gr??te er, verneigte sich und verbeugte sich nach allen Richtungen.
Der Gutsherr fragte den armen Bauern:
„Was gibt’s, Stepan, du bist noch nie zu uns gekommen, weshalb bist du jetzt hier?»
„Ach, Herr, ich habe Euch ein Geschenk gebracht!»
„Was f?r ein Geschenk? Ich nehme nie Geschenke an, du sollst mir aber trotzdem zeigen, was f?r ein Geschenk du mir gebracht hast.»
Der Bauer ?berlegte nicht lange und sch?ttelte den G?nserich aus dem Sack auf den Fu?boden. Da sagt der Gutsherr zu dem armen Bauern:
„Also h?re, Stepan, da du ihn mir gebracht hast, will ich ihn schon nehmen. Nur unter der Bedingung, da? du ihn auf unsere sechsk?pfige Familie aufteilst. Die Herrin und ich sind zwei, dazu zwei S?hne und zwei T?chter.»
Der arme Bauer ?berlegte nicht lange und bat den Herrn um ein scharfes Messer. Der Gutsherr ging schnell nach einem scharfen Messer und gibt es Stepan. Stepan nahm das Messer und schlug dem G?nserich den Kopf ab, und als er dem G?n¬serich den Kopf abgeschlagen hatte, gibt er ihn dem Gutsherrn:
„Hier, Herr, du bist im Hause der Kopf, und so gebe ich dir den Kopf!»
Dann schneidet er den Sterz mit dem Schwanz ab, gibt den Sterz der Herrin und sagt zu ihr:
„Du, Herrin, sitzt immer zu Hause, siehst mit dem Sterz zur T?r, und so habe ich f?r Euch den Sterz mit dem Schwanz abgeschnitten.»
Er schnitt dem G?nserich die Beine ab und gibt sie den S?hnen des Gutsherrn:
„Hier gebe ich jedem ein Bein, stapft nun auf V?terchens Wegen umher!»
Darauf schnitt er die Fl?gel ab und gibt jeder Tochter einen Fl?gel:
„Der Rumpf ist ?brig und geh?rt mir!»
F?r diese Teilung beschenkte ihn der Herr reich und machte allem Mangel des armen Bauern ein Ende. Stepan freute sich sehr. Kommt nach Hause, arbeitet nicht mehr, sondern ruht sich aus.
Der reiche Bauer aber unterh?lt sich zu Hause mit seiner Frau:
„Warum ist Stepan nicht zu sehen, ist er vielleicht krank?»
Der reiche Bauer schickt seine Frau, sie soll he-rausbekommen, was mit Stepan los ist. Sie kam zu dem armen Bauern und fragt seine Frau:
„Warum ist Stepan nicht zu sehen, ist er vielleicht krank?»
Die Frau des armen Bauern sagt zu ihr: „Nein, er ist gesund, er ruht sich aus  darum ist er nicht zu sehen.»
Die Frau des reichen Bauern wundert sich und sagt zu ihr:
„Was hei?t das, Onkel Stepan hat Tag und Nacht gearbeitet, und nun ruht er sich auf einmal aus?»
Die Frau des armen Bauern sagt zu ihr: „Er hat dem Gutsherrn ein Geschenk gebracht, und f?r das Geschenk hat der Gutsherr uns reich belohnt, deswegen ruht er sich jetzt aus.» Die Frau des reichen Bauern wurde neugierig: „Was f?r ein Geschenk mag er ihm gebracht haben?»
Die Frau des armen Bauern erz?hlte ihr: „Mein Mann hat einen G?nserich als Geschenk gebracht.»
Die blieb nicht lange stehen, geht schnell nach Hause. Erz?hlte’s ihrem Mann, der sich sehr wunderte, da? der Gutsherr f?r Geschenke so freigiebig belohnt. Der reiche Bauer und seine Frau waren sehr neidisch und begannen auch zu ?berlegen, was sie dem Gutsherrn als Geschenk bringen k?nnten. Die Frau des reichen Bauern sagt zu ihrem Mann:
„Bei uns laufen doch f?nf G?nseriche herum. Sie bringen uns keinerlei Nutzen; wir wollen sie kurzerhand schlachten und dem Herrn als Geschenk bringen.»
So machten sie’s auch. Am n?chsten Morgen schlachteten sie die G?nseriche, steckten sie in einen Sack, und er brachte sie zum Gutsherrn. Als der reiche Bauer zum Gutsherrn kam, fing er auch an, sich zu verneigen. Der Gutsherr fragte ihn:
„Jewdokim, du bist noch nie zu uns gekommen, und heute besuchst du uns?» Da sagt Jewdokim:
„Herr, ich habe Euch ein Geschenk gebracht.» „Aber, aber, Jewdokim, ich nehme keine Geschenke. Was hast du denn gebracht?»
Der reiche Bauer sagt kein Wort, sondern sch?ttet die G?nseriche auf den Fu?boden. Der Gutsherr sah die G?nseriche und sagte:
„Na sch?n, ich will dieses Geschenk von dir an-nehmen, nur mu?t du es uns aufteilen. Siehst du, du hast nur f?nf G?nseriche, wir sind aber sechs in unserer Familie. Und sie m?ssen irgendwie gleich aufgeteilt werden. Wenn du sie teilst, nehme ich sie an, wenn du sie nicht teilst, dann jage ich dich mit deinen G?nserichen hinaus.»
Der Bauer gab’s gleich auf und sagt:
„Nein, Herr, ich werde sie Euch nicht aufteilen k?nnen.»
„Wenn du sie nicht aufteilen kannst, dann geh zu deinem Nachbarn Stepan und bring ihn her. Er kann sie uns gewi? aufteilen.»
Jewdokim freute sich, da? er das ganze Ungl?ck auf Stepan abw?lzen kann, l?uft zu Stepan und sagt ihm, der Herr hat ihn rufen lassen. Stepan zog sich gleich an und kam zum Gutsherrn. Der Gutsherr sagte zu Stepan:
„H?re zu, Stepan, weswegen ich dich habe rufen lassen: — Dein Nachbar Jewdokim hat uns ein Geschenk gebracht, f?nf G?nseriche. Ich habe ihn gebeten, er soll sie uns teilen, er hat es nicht gekonnt, und ich habe nach dir geschickt. Am letzten Mal hast du uns den G?nserich sehr sch?n geteilt. Kannst du uns nicht auch diese f?nf G?nseriche teilen?»
„Ja, ich denke schon, da? ich auch sie teilen kann!»
„Wie ist’s, brauchst du ein Messer», fragt ihn der Gutsherr, „oder nicht?»
Der arme Bauer sagt:
„Nein, ich kann sie ohne Messer teilen.»
„Nun, dann fang an l»
Stepan hob einen G?nserich vom Fu?boden auf und sagt:
„Der ist f?r Euch, Herr, du und die Herrin — Ihr seid zwei, ich gebe Euch einen G?nserich, dann seid ihr drei.»
Er nimmt den zweiten G?nserich, gibt ihn den zwei S?hnen des Gutsherrn und sagt:
„Ihr seid zwei — hier gebe ich Euch einen G?nserich, dann seid ihr drei.»
Er nimmt den dritten G?nserich, gibt ihn den zwei T?chtern des Gutsherrn und sagt:
„Ihr seid zwei, ich gebe euch einen G?nserich, dann seid ihr drei.»
Er nimmt die zwei ?briggebliebenen G?nseriche und sagt:
„Diese zwei G?nseriche und ich, wir sind auch drei.»
Dem Gutsherrn machte diese Teilung Spa?. Er belohnte den armen Bauern reich, den reichen aber jagte er hinaus.

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